Debatte um Körperkunst Wackelt das Tattooverbot für Niedersachsens Polizei?

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Darf ein Polizist so aussehen? Wohl nicht. Tätowierungen im Gesicht werden auch von der Polizeigewerkschaft DPolG abgelehnt. Foto: dpaDarf ein Polizist so aussehen? Wohl nicht. Tätowierungen im Gesicht werden auch von der Polizeigewerkschaft DPolG abgelehnt. Foto: dpa

Hannover. Bislang sind sichtbare Tätowierungen für Niedersachsens Polizisten verboten. Das könnte sich bald ändern.

Niedersachsen denkt über eine Lockerung der Tätowierungsregeln für Polizeibeamte nach. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor. Bislang dürfen in Niedersachsen laut Bekleidungsvorschrift Tätowierungen oder Brandings von Polizisten beim Dienst in einem kurzärmligen Hemd nicht sichtbar sein. Abweichungen von dieser Regelung sind im Einzelfall vom Vorgesetzten zu genehmigen.

Vorschrift auf dem Prüfstand

Begründet wird diese Regelung mit der öffentlichen Wirkung von Polizisten „als Repräsentanten des Landes“, die in besonderem Maße im Blickpunkt der Öffentlichkeit stünden. Die aktuelle Vorschrift läuft zum Jahresende aus, der Bedarf einer neuen „wird derzeit geprüft“, heißt es im Ministerium. Wohin die rot-schwarze Koalition will, verrät sie nicht.

„Leben nicht mehr im Jahr 1974“

Die FDP hält die aktuelle Regelung für überholt. So lange es sich um unverfängliche Motive handel, solle die Regel gelockert werden, fordert der Abgeordnete Jan-Christoph Oetjen. Auch der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Alexander Zimbehl, rät, „mit dem Blick der Zeit“ auf die Tattoos zu schauen. So lange die Motive nicht politisch oder sexistisch seien, rate er zu mehr Gelassenheit.„Wir leben immerhin heute im Jahr 2018 und nicht mehr im Jahr 1974“, sagt Zimbehl. Eine Öffnung sei zudem in Zeiten des Fachkräftemangels ein Signal an mögliche Bewerber.

Die Debatte um das richtige Erscheinungsbild von Polizisten wird in zahlreichen Bundesländern geführt. Zuletzt hatte Berlin die Tattooregeln gelockert. In anderen Ländern stießen Verschärfungen der Kleiderordnung auf Kritik.


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