Althusmann: „Sehr gute Nachricht“ Finanzierung für Tidesteuerung an der Ems steht

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Emssperrwerk bei Gandersum. Foto: dpaDas Emssperrwerk bei Gandersum. Foto: dpa

Hannover. Mit einer intelligenten Steuerung des Emssperrwerks bei Gandersum soll der Schlickeintrag in die Ems gebremst werden. Jetzt ist das Projekt einen Schritt weiter: Die millionenschwere Finanzierung steht.

Die Finanzierung für eine flexible Tidesteuerung an der Unterems steht. Das sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Demnach einigten sich Althusmann und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am vergangenen Sonntag bei Verhandlungen am Rande der Eröffnung der Hannover Messe darauf, die erwarteten Kosten zur Ertüchtigung des Emssperrwerks bei Gandersum von 46Millionen Euro jeweils zur Hälfte zu tragen. „Das ist eine sehr gute Nachricht für Niedersachsen“, sagte Althusmann unserer Redaktion.

„Wir werden die Planung nun schnellstmöglich voranbringen“, kündigte der CDU-Politiker an. Bereits im Jahr 2022 soll die flexible Tidesteuerung starten. Dazu soll das bestehende Emssperrwerk in Ostfriesland aufgerüstet werden. Dadurch soll die Aufschlickung der Unterems gestoppt werden.

Schlick erstickt Tiere

Das Problem: Der starke Flutstrom trägt derzeit mehr Sedimente den Fluss hinauf, als bei Ebbe wieder abgetragen werden. Durch Eindeichungen sind zudem natürliche Schlickablagerungsflächen verschwunden. Der ständige Schlickeintrag verschlechtert nicht nur die Gewässerqualität und entzieht Tieren und Pflanzen Sauerstoff, sondern ist auch ein beständiges Problem für die Schifffahrt.

Die Lösung des Schlickproblems an der Unterems ist das wichtigste Ziele des Masterplans Ems 2050, der die Region sowohl als Natur- als auch als Wirtschaftsraum weiterentwickeln will. Im Januar 2017 hatte sich der Lenkungskreis des Masterplans für die flexible Tidesteuerung über das bestehende Emssperrwerk ausgesprochen.

Tore zeitweise schließen

Über die sieben Tore des Küstenschutzbauwerks soll die Tide künftig so gesteuert werden, dass der Ebbstrom mehr Sedimente aus der Ems herausbefördert, als die Flut wieder hineinträgt. Dabei sollen Tore zeitweise geschlossen werden. Für die Ertüchtigung des 2002 gebauten Sperrwerks zur Tidesteuerung ist eine zusätzliche Sohlsicherung im Bereich des Bauwerks nötig. Um die Beeinträchtigungen für die Schifffahrt zu minimieren, soll ein Betriebsplan unter Beteiligung der Hafenwirtschaft erarbeitet werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN