Auswirkungen nach „Me-Too“-Debatte? Zahl der Sexualdelikte niedersachsenweit gestiegen

Von dpa

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2017 gab es in Niedersachsen gab es 5749 Fälle gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa2017 gab es in Niedersachsen gab es 5749 Fälle gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Die Zahl der angezeigten Sexualdelikte in Niedersachsen und Bremen ist im vergangenen Jahr gestiegen.

In Niedersachsen wurden 2017 laut Landeskriminalamt 5749 Fälle gegen die sexuelle Selbstbestimmung bekannt, 740 davon betreffen die sexuelle Belästigung. 2016 waren es 5226 erfasste Straftaten.

In Bremen wurden im vergangenen Jahr 650 Sexualdelikte erfasst, 153 davon im Bereich sexueller Belästigung. 2016 weist die Kriminalstatistik insgesamt 573 erfasste Delikte aus. Der Anteil der „nichtdeutschen Tatverdächtigen“ bei Sexualstraftaten lag in Niedersachsen bei 23 Prozent, in Bremen bei fast 34 Prozent.

Gewalt mehr im Fokus

Durch Vorfälle wie die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht oder die „Me-Too“-Debatte ist sexualisierte Gewalt stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Auch in Sachen Gesetzgebung hat sich etwas getan: Ende 2016 wurde das Sexualstrafrecht verschärft. Unter anderem wurde der Tatbestand der „sexuellen Belästigung“ im Paragraf 184i des Strafgesetzbuches (StGB) normiert. Galt der Griff an den Busen bis zur Neuregelung lediglich als „Beleidigung auf sexueller Grundlage“, fällt er nun unter die „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“.

Die Gesetzesänderung hat auch ganz praktische Auswirkungen. „Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die vor der Gesetzesänderung wenig Aussichten auf eine Verurteilung hatten, werden heute anders bewertet“, sagt Natalie Haas von der Bremer Beratungsstelle „Notruf“.


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