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08.04.2018, 16:37 Uhr KOMMENTAR

AfD-Chefwechsel ist Richtungsentscheidung

Von Klaus Wieschemeyer


Dana Guth freut sich über die Wahl zur AfD-Landesvorsitzenden. Foto: dpaDana Guth freut sich über die Wahl zur AfD-Landesvorsitzenden. Foto: dpa

Die notorisch zerstrittene AfD Niedersachsen hat eine neue Chefin: Dana Guth löst ihren Widersacher Paul Hampel ab. Das ist zwar eine Richtungsentscheidung, aber mehr eine persönliche als eine politische, glaubt unser Kommentator.

Der Sieg von Dana Guth über Paul Hampel ist eine Richtungsentscheidung für Niedersachsens AfD. Doch der Triumph der zum bürgerlichen Lager gerechneten Landtagsfraktionschefin über den sich selbst als nationalkonservativ bezeichnenden Höcke-Freund Hampel bedeutet keine politische Kursänderung. Denn ein inhaltliches Profil ist bei der Landes-AfD bisher nicht erkennbar.

Guth hat ihren Triumph nicht einer politischen Ausrichtung, sondern dem wachsenden Unmut über Hampels selbstherrlichen Führungsstil zu verdanken. Viele einst glühende Hampelianer wollen von ihrem Landeschef keine Befehle mehr, sondern erwarten ein offenes Ohr.

Geeint ist Niedersachsens AfD mit dem Führungswechsel noch lange nicht: Die immer noch zahlreichen Hampel-Fans werden sich mit der Niederlage so schnell nicht abfinden. Doch sollte Guth der von ihr versprochene Dialog tatsächlich gelingen, dürfte das Hampel-Lager schnell schrumpfen und der interne Streit abklingen. Und dann zeichnet sich vielleicht auch ab, wo Niedersachsens AfD politisch steht.


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