AfD-Parteitag in Braunschweig Armin-Paul Hampel verliert AfD-Duell: Dana Guth wird Landeschefin

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Die Ära von  Paul Hampel scheint in Niedersachsen nach Jahren zu enden. Foto: dpaDie Ära von Paul Hampel scheint in Niedersachsen nach Jahren zu enden. Foto: dpa

Braunschweig. Dana Guth ist die neue Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen: Guth setzte sich im zweiten Wahlgang gegen den früheren Chef Armin-Paul Hampel durch.

Die 47-jährige Chefin der AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag setzte sich am Samstag bei der Wahl bei einem Sonderparteitag in Braunschweig im zweiten Wahlkampf mit 280:205 Stimmen bei vier Enthaltungengegen den im Januar von der Bundespartei abgesetzten Parteichef Paul Hampel (60) durch.

Im ersten Wahlgang hatte Guth 239 Stimmen erhalten, Hampel bekam 157. Als dritter Kandidat verfehlte der Neustädter Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff mit 117 Stimmen den Einzug ins Duell..

Guth: Kräfte vereinen

Guth versprach einen Neuanfang für den tief zerstrittenen Landesverband: „Wir müssen unsere Kräfte vereinen“, sagte sie in ihrer Bewerbungsrede. Bereits zu Beginn des Parteitags hatte Bundessprecher Jörg Meuthen Einigkeit von den Niedersachsen eingefordert.

Bei der Arbeit in der Fraktion zeige sich, dass alle Richtungen der Partei zusammenarbeiten könnten. Guth griff indirekt Hampel an, nachdem es zuvor Kritik an hohen Hotel- und Bewirtungsrechnungen des Ex-Vorsitzenden gegeben hatte: „Wenn Sie mich wählen, dann geht ihr Geld nicht ins Steigenberger, sondern in ein elektronisches Stimmsystem“, sagte Guth mit Blick auf das Wahlzettelsystem der Partei. Auch sprach sie sich gegen einen Landesvorsitzenden aus dem Bundestag aus: „Ich finde, der Landesvorsitzende gehört ins Land. Der Landesvorsitzende gehört nach Niedersachsen“, sagte Guth.

Dana Guth ist die neue Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen. Foto: dpa

Hampel: Jetzt durchstarten

Hampel verwies bei seiner Bewerbung auf die schwierige Aufbauarbeit in Niedersachsen: Er sei in den vergangenen Jahren 250 000 Kilometer durchs Land gefahren, um die AfD aus kleinsten Anfängen zur jetzigen Größe zu führen. „Wir mussten ziemlich knapsen“, sagte Hampel. „Jetzt können wir durchstarten.“ Nun gehe es um die Entscheidung, „ob wir eine Funktionärspartei sein wollen oder ob wir eine Mitgliederpartei bleiben wollen.“ Der Flügel um Hampel wirft Guth vor, und Mitglieder- durch Delegiertenparteitage ersetzen zu wollen und Koalitionen mit anderen Parteien ins Auge zu fassen. Mit einem „heute kämpfe ich um meine Ehre“, begründete Hampel seine erneute Kandidatur. Sowohl Guth als auch Hampel wurden von ihren Anhängern mit stehendem Applaus gefeiert.

König zieht zurück

Der hannoversche Bundestagsabgeordnete Jörn König, der dem liberalkonservativen Guth-Lager zugerechnet wird und sich zuvor bei den Vorstellungsrunden im Land präsentiert hatte, hatte kurz vor dem Parteitag seine Kandidatur zurückgezogen. Chancenlos waren im ersten Wahlgang die spontan angetretenen Kandidaten Stefan Broughman (drei Stimmen) und Peter Presche (eine Stimme). Presche hatte Hampel vorgeworfen, an seinem Amt zu kleben. „Geben Sie nicht mir Ihre Stimme, sondern Dana Guth“, hatte er gesagt.


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