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Wahl des neuen Landesvorstands AfD-Chef Meuthen fordert von Landesverband Einigkeit

Von Klaus Wieschemeyer

Jörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender. Foto: dpaJörg Meuthen, AfD-Bundesvorsitzender. Foto: dpa

Braunschweig. Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat den zerstrittenen Landesverband Niedersachsen aufgefordert, seine internen Grabenkämpfe einzustellen.

„Es geht immer um unser Land, und die Gegner stehen nicht in unseren eigenen Reihen, sie stehen draußen“, sagte Meuthen am Samstag zum Auftakt eines Sonderparteitags in Braunschweig. Dabei soll am Wochenende ein neuer Landesvorstand gewählt werden. Der bisherige um Landeschef Armin-Paul Hampel war nach anhaltenden Querelen im Januar von der Bundespartei abgesetzt worden.

„Keiner von uns ist so wichtig wie die Mission, die wir zu erfüllen haben. Wer sich selbst oder sein Ego über die Sache stellt, ist bei uns falsch“, sagte Meuthen. Er erwarte, dass der neue Landesvorstand dies in seinem ganzen Handeln berücksichtigen wird“. Der Bundesvorsitzende verteidigte die Absetzung des Vorstands im Januar. Alle Versuche einer Mediation im Landesverband seien gescheitert. Es habe eine „Situation der inneren Zerstrittenheit und Lähmung“ gegeben, die sich „ohne Intervention des Bundesvorstands“ nicht hätte lösen lassen.

In seiner halbstündigen Rede zeichnete Meuthen ein düsteres Bild von der Lage in Deutschland. Die „Kartellparteien“ betrieben einen „Raubbau an der Heimat“, der jeden Tag schlimmer werden. Nur die AfD könne das „rot-grüne Parteienkartell der Deutschlandabschaffer“ noch stoppen. Darum sei es wichtig, dass die AfD im ganzen Land stark sei. Man brauche deshalb Einigkeit, „gerade in Niedersachsen. Es geht immer um unser Land, und die Gegner stehen nicht in unseren eigenen Reihen, sie stehen draußen“, sagte Meuthen.

Für den Vorstand der Landes-AfD kandidieren derzeit drei Kandidaten: Der abgesetzte Paul Hampel, Landtagsfraktionschefin Dana Guth und der Bundestagsabgeordnete Dietmar Friedhoff. Hampel und Friedhoff werden dem national-konservativen Flügel zugerechnet, Guth dem liberal-konservativen. Hampel bezeichnete die Wahl im Vorfeld als „Richtungsentscheidung“ für die Landespartei.

Aus Protest gegen den Landesparteitag der niedersächsischen AfD sind in Braunschweig rund 400 Demonstranten auf die Straße gegangen. „Wir wollen nicht unkommentiert lassen, dass sich hier Rechte treffen“, sagte Ines Richlick vom Braunschweiger „Bündnis gegen Rechts“ am Samstagmorgen. Die Teilnehmer riefen zu Weltoffenheit und Toleranz auf. Auf Transparenten standen Parolen wie „Nein zu Rechtspopulismus und Rassismus“ oder „Meine Welt soll bunt sein“. Nach Polizeiangaben gab es am Morgen keine Zwischenfälle vor der Stadthalle. (mit dpa)