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10.04.2018, 05:05 Uhr KOMMENTAR ZU NUTZTIERRISSEN

Der Wolf gehört zu Deutschland

Kommentar von Dirk Fisser

Ein Wolf in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck (Brandenburg). Foto: dpaEin Wolf in seinem Gehege im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck (Brandenburg). Foto: dpa

Osnabrück. In Niedersachsen haben Wölfe so viele Nutztiere gerissen wie noch nie seit ihrer Rückkehr in das Bundesland. Dazu ein Kommentar.

Eine neue Regierung in Berlin und eine neue Regierung in Hannover: Da müsste es jetzt beim Thema Wolf doch endlich einmal vorangehen! Seit Jahren überspielt die Politik ihre Hilf- und Ideenlosigkeit im Umgang mit dem Raubtier mit reichlich Kraftmeierei. Ergebnis dessen ist eben auch die rasant steigende Zahl an Nutztierrissen in Niedersachsen und andernorts. Nach wie vor fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept, wie mit dem Wolf umzugehen ist.

Ob sich das nun ändert? Die Bekundungen in den Verträgen der Großen Koalitionen im Bund und in Niedersachsen lesen sich jedenfalls so, als sei der Wolf gerade erst nach Deutschland zurückgekehrt, und habe in den vergangenen Jahren nicht bereits Tausende Nutztiere getötet. Viel Zeit ist vergeudet worden, in der sich der Konflikt zwischen Praktikern und Naturromantikern weiter zugespitzt hat.

Die Debatte um das Raubtier muss dringend wieder versachlicht werden. Wie wäre es zu Beginn mit folgender Erkenntnis: Der Wolf ist wieder ein Stück Heimat, er gehört zu Deutschland. Er wird weitere Schafe und Ziegen töten. Dort aber, wo das Raubtier tatsächlich Weidetierhaltung und die wirtschaftliche Existenz von Menschen bedroht, müssen Grenzen gezogen werden. Und das kann in letzter Konsequenz eben auch heißen einzelne Tiere zu töten.


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