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„Sachsen ist aus dem Spiel“ Althusmann: Homann bleibt doch in Dissen

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Hannover. Das Homann-Werk in Dissen wird nicht geschlossen. Davon ist Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) nach Gesprächen mit der Geschäftsführung überzeugt.

Der Feinkosthersteller Homann bleibt offenbar in der Region. Das sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag unserer Redaktion. „Der Produktionsstandort Dissen scheint gerettet“, sagte der CDU-Politiker. Möglicherweise gibt es auch für den zweiten Standort Lintorf eine Perspektive.

Nach zahlreichen intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung und einem Briefwechsel mit dem Chef der Homann-Muttergruppe Müller, Theo Müller, habe er „den ernsthaften Eindruck“, dass Müller an dem Produktionsstandort Dissen festhalten werden, sagte Althusmann. „Voraussichtlich noch im Laufe des Monats“ erwarte er die offizielle Entscheidung des Unternehmens, sagte Althusmann unserer Redaktion. Der Politiker dankte allen Beteiligten, ausdrücklich nannte er dabei auch Theo Müller und Landrat Michael Lübbersmann.

1200 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Im vergangenen Juni hatte Müller die Verlagerung der Homann-Werke aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen ins ostsächsische Leppersdorf angekündigt. Dort hat die Müller-Gruppe bereits einen Sachsenmilch-Standort. In dem neu zu errichtenden Werk sollte bereits im Jahr 2020 die Produktion anlaufen, bis Februar 2020 wären die Werke in Dissen und Lintorf dann geschlossen worden. Im vergangenen Jahr war von 1200 wegfallenden Arbeitsplätzen die Rede. Die Pläne hatten auch für Empörung gesorgt, weil Sachsen die Verlagerung mit Fördermitteln unterstützen wollte.

Noch keine endgültige Entscheidung

Aus dem Umzug werde nun wohl nichts, sagte Althusmann. „Das Projekt Sachsen ist aus dem Spiel, Niedersachsen ist wieder im Spiel“,erklärte der CDU-Politiker. „Ich habe in den vergangenen Wochen in mehreren Gespräche mit der Geschäftsführung der Homann Feinkost GmbH weiter darum geworben, das Niedersachsen Produktionsstandort des Unternehmens bleibt. Zwar gibt es noch keine endgültigen Entscheidungen der Unternehmensleitung, aber ich bin inzwischen optimistisch und sehe hier reale Chancen“, so der Minister.

Das sächsische Wirtschaftsministerium wollte sich auf unsere Nachfrage nicht äußern. Vor der offiziellen Entscheidung des Unternehmens werde man „keine Kommentare in dieser Sache abgeben“, sagte ein Sprecher.

In „Überprüfungsphase“

Bereits im Januar hatte die Homann-Geschäftsführung intern informiert, dass sich die geplante Standortkonzentration „ in einer Überprüfungsphase “ befinde. Im Wirtschaftsministerium hält man den Verlagerungszeitplan schon länger für „sehr ambitioniert“. Am 9. Januar hatten Althusmann und Lübbersmann in einem gemeinsamen Brief an Theo Müller noch einmal auf die Standortvorteile Niedersachsens hingewiesen: So stehe das von Land, Landkreis und Stadt Dissen geschnürte Angebotspaket noch: Darin bieten die Niedersachsen dem Unternehmen unter anderem Tempo bei möglichen Bauplanungen und verweisen auf die „hochmotivierte Belegschaft“, die die Produktion trotz zahlreicher Kündigungen aufrecht erhalte. ( Mehr lesen Sie in unserem Dossier)


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