Schlachten als Notlösung? Weniger Milchkühe in Niedersachsen geschlachtet

Von dpa

In Niedersachsen sind 2017 weniger Kühe geschlachtet worden als im Vorjahr. Foto: dpaIn Niedersachsen sind 2017 weniger Kühe geschlachtet worden als im Vorjahr. Foto: dpa

Hannover. In Niedersachsen sind 2017 weniger Kühe geschlachtet worden als im Vorjahr.

172.225 Kühe brachten die Bauern landesweit zum Schlachter, ergibt eine vorläufige Auswertung des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN). Das sind 10.084 weniger als im Jahr 2016. Für die hohe Zahl im Vorjahr ist auch die Milchkrise verantwortlich. Weil die Preise für Milch 2016 auf einem Tiefstand waren, hatten sich einige Landwirte dafür entschieden, vor allem ältere Milchkühe zu schlachten und das Fleisch zu verkaufen.

Das vermehrte Schlachten von Milchkühen sei für die Landwirte eine Notlösung, erklärte Eckhard Heuser, Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes (MIV), der Deutschen Presse-Agentur. Die Milchpreise haben sich mittlerweile erholt. Auch in Niedersachsen sei der Preis noch über 30 Cent, sagte Heuser. Rund 9000 Milchviehbetriebe mit etwa 806.000 Milchkühen gibt es landesweit. Im Dezember bekamen Bauern in Niedersachsen und Bremen für ein Kilogramm Milch rund 33 Cent. In der Milchkrise waren es hingegen nur 20 Cent.