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27.03.2018, 18:05 Uhr KOMMENTAR

Statistik für Messerangriffe: Spekulationen beenden

Kommentar von Lea Becker

Die Polizei will in Niedersachsen zukünftig statistisch erfassen, wie viele Gewalttaten mit Messern verübt werden. Foto: dpaDie Polizei will in Niedersachsen zukünftig statistisch erfassen, wie viele Gewalttaten mit Messern verübt werden. Foto: dpa

Osnabrück. Niedersachsens Polizei will die Zahl der Messerangriffe künftig statistisch erfassen. Damit können die Spekulationen endlich beendet werden und Konsequenzen gezogen werden. Ein Kommentar.

Deutschland ist ein Land der Statistiken. Für fast alles gibt es Zahlen, Daten und Fakten bis ins kleinste Detail. So ist es erstaunlich, dass in den Kriminalstatistiken vieler Bundesländer Gewalttaten mit Messern bisher nicht gesondert erhoben wurden. Nur anhand exakter Daten können Erkenntnisse gewonnen werden, als Basis für die richtigen Konsequenzen.

Gefühlt gibt es fast täglich neue Meldungen über Messerangriffe. Ob die Zahl der Fälle aber wirklich zunimmt, ist bisher reine Spekulation. Das Thema darf für politische Zwecke nicht skandalisiert werden. Dadurch wird nur die Bevölkerung verunsichert. Tatsächlich nimmt die Kriminalität insgesamt in Niedersachsen ab. Dennoch fühlen sich viele Menschen zunehmend unsicherer. Genauere Daten über Messerattacken werden daran auch nur wenig ändern.

Sie geben jedoch Aufschluss über Täterkreise und Brennpunkte. Das sind Fakten, mit denen die Polizei arbeiten kann und aus denen Konsequenzen gezogen werden müssen. Denn eine Attacke mit einem Messer ist keine Lappalie, sondern fast immer ein Angriff gegen das Leben. Die jüngsten Beispiele zeigen zwar, dass es vom Kind bis zur Lehrerin jeden treffen kann, dennoch sollte in der Debatte keine Angst geschürt und keine Personengruppe vorverurteilt werden. Es braucht eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die neue Statistik kann dafür die Grundlage liefern.


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