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Aus JVA Vechta ausgebrochen 22-Jährige nach Gefängnisausbruch weiter auf der Flucht

Von dpa

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Eine 22-Jährige ist aus dem Vechtaer Mutter-Kind-Haus der JVA für Frauen in Vechta geflohen. Foto: imago/NordphotoEine 22-Jährige ist aus dem Vechtaer Mutter-Kind-Haus der JVA für Frauen in Vechta geflohen. Foto: imago/Nordphoto

Vechta. Die Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach einer aus dem Frauengefängnis ausgebrochenen Straftäterin. Es gebe bisher nichts Neues, sagte der Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums, Christian Lauenstein, am Mittwoch.

Die 22-Jährige befindet sich seit Montag auf der Flucht. Sie saß im Frauengefängnis Vechta eine Haftstrafe von elf Jahren wegen Totschlags ab, weil sie ihren mehr als 40 Jahre älteren Mann mit acht Schüssen getötet hatte.

Die junge Frau hatte am frühen Montagmorgen zwischen 3 und 6 Uhr das Schloss einer Dachluke im Flur der Bibliothek aufgebrochen und sich aufs Dach gezwängt. Danach war sie vermutlich an dem Gebäude heruntergeklettert und über den Zaun entkommen. Details zum Fluchtweg konnte das Justizministerium nicht nennen. Der fast vier Meter hohe Zaun wird zwar von Kameras überwacht, diese filmten die 22-Jährige aber nicht bei ihrem Ausbruch. Das Ministerium prüft jetzt, wie die junge Frau unbemerkt aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) fliehen konnte.

Ausbruch nicht strafbar

Juristische Konsequenzen muss sie dadurch nicht befürchten. „Ein Ausbruch an sich ist nicht strafbar“, sagte Lauenstein. „Sollte die Entwichene gefasst werden, entscheidet die JVA über die weitere Ausgestaltung der Strafvollzugs.“ Eine Gefahr für die Allgemeinheit ist sie nach Einschätzung des Ministeriums nicht.

Mit Liebhaber nach Italien abgesetzt

Die angehende Automechanikerin hatte ihren Mann im Juli 2016 nach Ansicht der Richter im Streit aus nächster Nähe erschossen. Danach holte sie mit dem Auto des Opfers ihren jungen Liebhaber ab und setzte sich nach Italien ab. In Vechta saß sie in der Sozialtherapie, einer Außenstelle des Frauengefängnisses. Das Gebäude ist geringer gesichert als der normale geschlossene Vollzug. Nachts sind die Türen der Hafträume im Erdgeschoss nicht verschlossen, weil diese keine Toiletten haben. Die Fenster sind nicht vergittert, aber mit Schlössern verriegelt.

Ab sofort dürfen die Gefangenen die Gemeinschaftsräume und Toiletten im ersten Stock nur benutzen, wenn eine Justizangestellte anwesend ist. Ab dem Abend bleibe die Etage verschlossen, sagte Lauenstein. Außerdem prüfe die Gefängnisleitung zurzeit mit der Bauverwaltung, ob die Fenster vergittert werden können.


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