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19.03.2018, 18:28 Uhr KOMMENTAR

Ein Lichtblick für die Dieselfahrer

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

In Hannover werden zu hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Nicht mehr lange, hofft Umweltminister OLaf Lies. Foto: dpaIn Hannover werden zu hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Nicht mehr lange, hofft Umweltminister OLaf Lies. Foto: dpa

Neue Modellrechnungen gehen davon aus, dass Niedersachsens Städte vielleicht doch keine Dieselfahrer aussperren werden. Es ist ein Lichtblick mit vielen Fragezeichen, findet unser Kommentator.

In der Debatte um Autoabgase in den Innenstädten ist es zumindest ein kleiner Lichtblick: Nach neuen Berechnungen des Umweltministeriums könnten Niedersachsens Kommunen in den kommenden Jahren die Grenzwerte unterschreiten, ohne Fahrverbote verhängen zu müssen. Neue Auto-Software, Umtauschprämien, emissionsarme Busse und schlaue Verkehrskonzepte könnten demnach auch in den Problemstädten Osnabrück, Hildesheim und Hameln die Stickoxidwerte bald auf ein erlaubtes Maß herunterdrücken. Damit blieben lediglich Hannover und Oldenburg auf absehbare Zeit Problemfälle. Doch noch gibt es zu viele Konjunktive, als dass Anwohner und Autofahrer tatsächlich bereits aufatmen könnten: So geht das Landesministerium davon aus, dass Autoindustrie und Bundespolitik ihre Versprechen auch erfüllen.

Die bisher mit dem Problem alleingelassenen Städte haben die Chance, Luft- und Lebensqualität zu verbessern, ohne Gelegenheitsbesucher auszusperren. Intelligente Verkehrssteuerung, fahrradfreundliche Strecken und verlässliche Bus- und Bahnlinien können die Umwelt schonen, ohne Autofahrer zu schikanieren.

Industrie und Politik müssen dafür aber endlich liefern. Und: Für Niedersachsens Kommunen mag das reichen – für andere deutsche Städte nicht. Dort drohen weiterhin Fahrverbote und Straßensperrungen.


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