Sieling kritisiert Bundesinnenminister Bremer Bürgermeister: Seehofer spaltet mit Islam-Aussage

Von Dirk Fisser

Carsten Sieling, Bremer Bürgermeister Foto: Florian Gaertner/photothek.netCarsten Sieling, Bremer Bürgermeister Foto: Florian Gaertner/photothek.net

Osnabrück. Die Aussage von Horst Seehofer zum Islam und Deutschland sorgt für Wirbel. Widerspruch kommt auch aus Bremen vom dortigen Bürgermeister.

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat die Aussage von Bremens Bürgermeister Horst Seehofer (CSU), der Islam gehöre nicht zu Deutschland, verurteilt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Sieling: „Wer so redet, der spaltet die Gesellschaft und gefährdet den inneren Frieden.“ Der Islam gehöre ganz genauso zu Deutschland wie auch eine Reihe weiterer Religionsgemeinschaften. Das sollte gerade der neue Heimatminister berücksichtigen. Sieling sagte: „Herr Seehofer muss noch lernen, dass sein neuer Arbeitsplatz jetzt in Berlin ist und nicht mehr in München. Er hat Verantwortung für das ganze Land, für die gesamte Bevölkerung.“ Den bayrischen Wahlkampf sollte Seehofer seinen CSU-Parteifreunden in Bayern überlassen.

Auch Kritik von Merkel

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte um die Rolle des Islams in Deutschland von den Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) deutlich distanziert. Deutschland sei zwar stark vom Christentum geprägt, aber inzwischen lebten auch vier Millionen Muslime in Deutschland, sagte die CDU-Chefin bei einem Treffen mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven am Freitag in Berlin. „Diese Muslime gehören auch zu Deutschland, und genauso gehört ihre Religion damit zu Deutschland, also auch der Islam.“ Man wolle einen Islam, der auf der Grundlage des Grundgesetzes basiert. „Wir müssen alles tun, um das Zusammenleben gut zu gestalten zwischen den Religionen.“

Seehofer hatte der „Bild“-Zeitung gesagt, für ihn gehöre der Islam nicht zu Deutschland. Die hierzulande lebenden Muslime gehörten aber selbstverständlich zu Deutschland.