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Ende des Winters in Sicht Meteorologen warnen vor erhöhter Glättegefahr im Norden

Von dpa

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Zum Wochenstart müssen sich Autofahrer auf glatte Straßen im Norden Deutschlands einstellen. Auch in Teilen Niedersachsens und Bremens kann es glatt werden. Foto: dpaZum Wochenstart müssen sich Autofahrer auf glatte Straßen im Norden Deutschlands einstellen. Auch in Teilen Niedersachsens und Bremens kann es glatt werden. Foto: dpa

Hamburg. In Niedersachsen ist ein Ende der Kältewelle in Sicht. Für Autofahrer heißt es vor allem am Montagmorgen: Es kann gefährlich glatt werden auf den Straßen. Das Wochenende nutzten viele Menschen zum Wintersport. Die Polizei musste aber vielerorts einschreiten.

Eisklettern bei Goslar, Schlittschuhlaufen auf gefrorenen Wiesen bei Celle oder Rodeln und Skifahren im Harz: Vielerorts in Niedersachsen haben die Menschen am Wochenende versucht, das Beste aus dem klirrend kalten Wetter zu machen. Zum Wochenanfang warnen die Wetterdienste aber vor glatten Straßen. „Brisant bezüglich Glatteis und Schnee wird es, wenn der Niederschlag in der Nacht zum Montag und Montagfrüh auf die frostigen Gebiete im Norden und Osten trifft“, hieß es am Sonntag beim Wetterdienst Kachelmannwetter. Betroffen sei insbesondere das Gebiet von Ostfriesland über den Großraum Bremen bis hin zur Elbe und nach Hannover, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Juist weiter vom Schiffsverkehr abgeschnitten

Die ostfriesische Insel Juist ist noch bis einschließlich Montag vom Schiffsverkehr abgeschnitten – doch das ist kein Problem für die rund 1500 Bewohner der Insel. Die Geschäfte haben vorgesorgt und die Lager gefüllt. „Die paar Tage machen uns nicht nervös, wir sind ganz gelassen“, sagte Lebensmittelhändler Norbert Gillet auf Juist. Das letzte Frachtschiff brachte am Mittwoch elf Tonnen Güter. „Das volle Programm ist am Lager“ sagte Gillet. Von Toilettenpapier über Molkereiprodukte ist alles dabei, sogar ein Vorrat an Wodka. Einschränkungen gibt es auch noch im Fährverkehr zu den anderen ostfriesischen Inseln.

„Im Winter 1997 kam sieben Wochen kein Schiff und vier Wochen kein Flugzeug“, sagte Gillet. Mit Pferd und Wagen sei er damals zum Flugplatz rausgefahren, wenn Nachschub kam. Die Kutschpferde sind für den Wintereinsatz besonders gerüstet: Spezielle Stollen an den Hufeisen sollen ein Ausrutschen verhindern.

Harz lockt Skiläufer, Rodler und Eiskletterer an:

Das bitterkalte Wetter der vergangenen Tage hat im Harz die Möglichkeit zu einem eher seltenen Freizeitsport eröffnet: dem Eisklettern. Ilja Schicker aus Wernigerode bestieg am Wochenende den mit Eis bedeckten Romkerhaller Wasserfall bei Goslar. Weil Eis leicht breche, sei das Klettern dort unberechenbarer als am Fels, erzählte der 30-Jährige, der als Trainer fürs Fels- und Indoor-Klettern arbeitet. Gegen das Abstürzen ist er mit einem Sicherungsseil geschützt. „Dass einem Eis auf den Kopf fällt, kann immer mal passieren, aber dass man runterfällt, kann dadurch ausgeschlossen werden“, sagte Schicker.

Bei herrlichem Winterwetter gab es im Harz am Wochenende auch einen großen Ansturm von Skiläufern und Rodlern. „Der Ort ist voll, es läuft sehr gut“, sagte eine Mitarbeiterin des Tourismusbüros in Braunlage.

Schlittschuhlaufen nicht überall erlaubt

Trotz klirrender Kälte sind die Eisflächen auf vielen Seen in Niedersachsen und Bremen nicht dick genug zum Schlittschuhfahren gewesen. Die Polizei holte immer wieder Läufer von Gewässern, unter anderem in Hannover hinter dem Rathaus und in Wolfsburg. In Wolfenbüttel stoppten die Beamten einen Mann, der mit einer Kettensäge ein Loch in einen Teich schneiden wollte. Den überraschten Beamten sagte der Mann, er wolle in dem Teich angeln.

Erlaubt war das Laufen etwa auf der Semkenfahrt im Bremer Blockland oder bei Celle auf den Dammaschwiesen. „Wenn man einbricht, dann höchstens knietief“, sagte ein Mitarbeiter der Celle Tourismus und Marketing GmbH. In Ostfriesland konnten Wintersportler auf dem größten Binnensee der Region ihre Bahnen ziehen, dem Großen Meer zwischen Aurich und Emden. „Seit Jahren haben wir nicht mehr so schönes, glattes Eis gehabt“, sagte Magret Sutorius von der Südbrookermerland Touristik GmbH.

Streusalz reicht noch aus

Der erneute Einbruch des Winters in den vergangenen Tagen hat die Autobahn- und Straßenmeistereien nicht unvorbereitet getroffen. Engpässe beim Streusalz seien nicht zu erwarten, sagte die Sprecherin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover, Heike Haltermann. „Wir haben in dieser Wintersaison bislang gut 95.000 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht.“ 2016/2017 waren es in der ganzen Saison knapp 96.000 Tonnen. „In jeder Wintersaison gilt: Sobald im laufenden Betrieb der Bestand 80 Prozent der Lagerkapazität unterschreitet, wird Salz nachbestellt.“


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