Weltlicher statt religiöser Feiertag Neuer Feiertag in Niedersachsen: Grüne gegen Reformationstag

Von dpa

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Die anderen norddeutschen Bundesländer haben den Reformationstag schon als neuen Feiertag festgezurrt, da wird in Niedersachsen weiter diskutiert. Kann es nicht ein weltlicher Feiertag sein, fragen sich die Grünen. Foto: dpaDie anderen norddeutschen Bundesländer haben den Reformationstag schon als neuen Feiertag festgezurrt, da wird in Niedersachsen weiter diskutiert. Kann es nicht ein weltlicher Feiertag sein, fragen sich die Grünen. Foto: dpa

Hannover. Die anderen norddeutschen Bundesländer haben den Reformationstag schon als neuen Feiertag festgezurrt, da wird in Niedersachsen weiter diskutiert. Kann es nicht ein weltlicher Feiertag sein, fragen sich die Grünen. Was hält der Landtag von dem Vorschlag?

Die Diskussion über einen neuen Feiertag in Niedersachsen geht am Donnerstag in eine weitere Runde. Die Grünen wollen in der Landtagssitzung mit einem Antrag durchsetzen, dass der neue Feiertag kein religiöser, sondern ein weltlicher sein soll. Niedersachsen strebt im Rahmen einer gemeinsamen norddeutschen Lösung den Reformationstag, den 31. Oktober, an. Zuvor sollen allerdings noch Verbände und gesellschaftliche Gruppen angehört werden. Deswegen kann eine Entscheidung sich noch bis in den Mai hinziehen.

Schleswig-Holstein und am Mittwoch auch Hamburg haben sich bereits für den Reformationstag entschieden, auch Bremen will den 31. Oktober zum neuen Feiertag machen. In Niedersachsen hatte zuletzt Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) für den internationalen Frauentag am 8. März als neuen Feiertag plädiert.

Kritik der Jüdischen Gemeinden

Gegen den Reformationstag hatten sich in Niedersachsen die Jüdischen Gemeinden und die katholischen Bistümer ausgesprochen. Der Präsident der Jüdischen Gemeinden, Michael Fürst, bezeichnete eine solche Entscheidung nicht nur als fehlerhaft, sondern auch für untragbar. Fürst wies auf antisemitische Ausfälle des Reformators Martin Luther hin.

Die katholische Kirche hatte für den Buß- und Bettag geworben, mit dem alle Religionen etwas anfangen könnten, und zusätzlich auch den Dreikönigstag am 6. Januar ins Gespräch gebracht. Die Jungsozialisten schlugen den Tag der Befreiung am 8. Mai als zusätzlichen Feiertag vor. Einige SPD-Abgeordnete plädierten ebenfalls für einen nicht religiös gebundenen Feiertag wie den Tag des Westfälischen Friedens am 25. Oktober 1648.

Auf vielfältige Kritik war der Vorschlag der Metall-Arbeitgeber eines unbezahlten freien Tages gestoßen, um die Arbeitgeber vor zusätzlichen Kosten zu bewahren. Das würde bedeuten, dass Arbeitnehmern am Monatsende der Lohn für diesen Tag vom Gehalt abgezogen wird.

Zu einem kontroversen Diskussionsthema war die Feiertagsdebatte in Niedersachsen auch wegen der Herangehensweise der Landesregierung geworden. Nachdem der 31. Oktober im vergangenen Jahr anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums einmalig bundesweit und damit auch in Niedersachsen ein Feiertag war, hatte es viel Wohlwollen für die Idee eines dauerhaften Reformationsfeiertags gegeben. Prompte Kritik daran gab es während des von evangelischer und katholischer Kirche in großem Einvernehmen organisierten Reformationsgedenken nicht. Ohne große Debatte wurde das Vorhaben daher zunächst in Angriff genommen, danach regte sich Widerstand.


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