Minus 18,5 Grad gemessen Klirrendkalt in Niedersachsen – Tiefste Temperaturen des Jahres

Von dpa

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Minus 18,5 Grad - solche Temperaturen gibt es in Niedersachsen nicht oft. Nach der bislang kältesten Nacht bleibt es weiter frostig. Foto: David EbenerMinus 18,5 Grad - solche Temperaturen gibt es in Niedersachsen nicht oft. Nach der bislang kältesten Nacht bleibt es weiter frostig. Foto: David Ebener

Hannover. Minus 18,5 Grad - solche Temperaturen gibt es in Niedersachsen nicht oft. Obwohl der Monat noch nicht zu Ende ist, wissen die Meteorologen schon jetzt: Im Vergleich zu vielen Vorjahren war der Februar kälter, sonniger und trockener.

Nach der bislang kältesten Nacht in Niedersachsen bleibt es weiter frostig. „Die Wetterlage ändert sich bis Freitag nicht. Es bleibt bei Dauerfrost“, sagte Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Bei klarem Himmel kann es demnach noch etwas kälter werden. Dem Meteorologen zufolge sind im Bergland Tiefstwerte bis minus 20 Grad möglich, im Flachland bis minus 15 Grad. Wärmer soll es erst am Wochenende werden. Ab Samstag rechnen die Experten tagsüber wieder mit Plus-Graden.

Minus 18,5 Grad in Bad Harzburg

In der Nacht zum Dienstag waren die Temperaturen in Bad Harzburg auf minus 18,5 Grad gesunken. In Göttingen wurden minus 15 Grad und in Braunlage minus 16 Grad gemessen. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge hatte es solch niedrige Temperaturen dort in diesem Jahr noch nicht gegeben. Nach den DWD-Statistiken war es zuletzt im Februar 2016 und 2012 ähnlich kalt. Extremere Minusgrade gab es etwa im Februar 1956, als das Thermometer in Göttingen an einem Tag minus 28 Grad zeigte, in Braunlage minus 25 Grad. (Weiterlesen: Warum Smartphones bei Kälte ausgehen – und was dagegen hilft)

„Der Februar war kälter, deutlich sonniger und trockener als das langjährige Mittel“, sagte die DWD-Meteorologin Annett Püschel. Als Bezugsraum werden die Jahre 1961 bis 1990 genommen. Für Mittwoch erwartete Püschel erneut einen sogenannten Eistag - einen Tag, an dem es in ganz Niedersachsen kälter als 0 Grad ist. Der Wind werde das Kältegefühl vieler Menschen noch verstärken, sagte sie. Temperaturen von minus 7 Grad am Tag könnten wie minus 20 Grad wahrgenommen werden.

Notunterkünfte für Obdachlose

Für Obdachlose gibt es zum Schutz vor dem eisigen Wetter Notunterkünfte. „Dafür sind ausreichende Unterbringungskapazitäten vorhanden“, sagte die Sprecherin des Sozialministeriums, Naila Eid. Zur Not würden auch Hotelzimmer angemietet. Der Kälteeinbruch sei für Menschen, die unter freiem Himmel leben, eine ernsthafte Gefahr. Es gebe Hilfsangebote von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden, etwa eine durchgehende Öffnung von Bahnstationen und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Auf den Straßen kam es am Dienstag zu zahlreichen witterungsbedingten Unfällen. Nach Angaben der Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen blieb es größtenteils bei Blechschäden. Eine Extremlage gebe es nicht, sagte ein Sprecher. Bei Schnee kam es auf der Autobahn 1 nahe Sittensen im Landkreis Rotenburg zu mindestens zwanzig Verkehrsunfällen, die überwiegend glimpflich endeten. „In zwei Fällen kam es zu leichteren Verletzungen“, teilte die Polizei mit.

Schwer verletzt wurde eine 17 Jahre alte Radfahrerin bei einem Verkehrsunfall nahe Lüneburg. Wie ein Polizeisprecher sagte, kam ein 24-jähriger Autofahrer bei Winterwetter auf der Bundesstraße 216 zwischen Barendorf und Lüneburg mit seinem Wagen ins Schleudern. Das Auto erfasste die Jugendliche, die auf dem Radweg fuhr. Dann prallte der Wagen gegen einen Baum und ging in Flammen auf. Der 24-Jährige konnte sich leicht verletzt aus dem brennenden Auto retten, die 17-Jährige wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Fährverkehr eingeschränkt

Der Fährverkehr zu den ostfriesischen Inseln ist wegen geringer Wasserstände seit mehreren Tagen eingeschränkt. Grund ist der anhaltende Ostwind, der Wasser aus der Deutschen Bucht wegdrückt. Zudem hat sich stellenweise Eis angesammelt. Dadurch bekommen bei Niedrigwasser auch Schiffe mit wenig Tiefgang wie die Inselfähren Probleme im Wattenmeer.

Von Mittwoch bis Freitag fallen nach Angaben der Reederei Norden-Frisia mehrere Fahrten von und nach Norderney aus. Auch einige Fahrten zwischen Harlesiel und Wangerooge fallen am Mittwoch aus. Am Donnerstag und Freitag wird der Verkehr von und nach Juist mit dem Personen- und dem Frachtschiff eingestellt. Änderungen im Fahrplan könnten sich auch im Schiffsverkehr von und nach Langeoog, Baltrum und Spiekeroog ergeben.


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