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26.02.2018, 18:44 Uhr KOMMENTAR

Kriminalität: Nur Statistik hilft nicht

Von Klaus Wieschemeyer


Polizisten nehmen Anfang 2018 nach einer Verfolgungsjagd einen geflüchteten Mann fest. Foto: dpaPolizisten nehmen Anfang 2018 nach einer Verfolgungsjagd einen geflüchteten Mann fest. Foto: dpa

Die gefühlte Sicherheit in Niedersachsen ist bei vielen Menschen geringer als es die Polizeistatistik vermuten lässt. Der Staat muss sich handlungsfähig zeigen, findet unser Kommentator.

Registrierte Straftaten und gefühlte Sicherheit in Niedersachsen fallen immer weiter auseinander. Während die Polizei weniger Kriminalität und mehr Aufklärungsquote vermeldet, bewaffnen sich viele Bürger. Und fast jede dritte Frau unter 21 Jahren fühlt sich in ihrer Nachbarschaft unsicher. Die Politik könnte sich nun auf die Statistik zurückziehen und anhand nackter Zahlen erklären, wie unwahrscheinlich es hierzulande ist, Opfer einer Straftat zu werden. Doch das reicht nicht: Ängste lassen sich mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen seit jeher schwer zerstreuen. Dazu kommt das Problem der selbst geschaffenen Blasen: Wer in den angeblich sozialen Netzwerken besorgt auf Berichte über Einbrüche und Vergewaltigungen klickt, bekommt künftig nur noch mehr derartige Horrornachrichten ins Profil gekippt. Hinzu kommen Populisten, die allzu gerne die Schauermär eines in Kriminalität und Chaos versinkenden Landes verbreiten.

Was kann die Politik nun tun, um das Sicherheitsempfinden der Bürger zu stärken? Sie kann zeigen, dass der Rechtsstaat präsent, handlungsfähig und -bereit ist. Mit für den Bürger sichtbarer Polizei auf der Straße. Mit klaren Gesetzen und einer Justiz, die genug Personal hat, diese Gesetze auch zeitnah durchzusetzen. So kann verlorenes Vertrauen wieder nachwachsen.


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