Neue Kalkulation in Niedersachsen Verbände wollen bessere Bezahlung für ambulante Pflege

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AWO, Caritas, Diakonie und Sozialstationen, die im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund organisiert sind, wollen mehr Geld für ambulante Pflege. Foto: dpaAWO, Caritas, Diakonie und Sozialstationen, die im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund organisiert sind, wollen mehr Geld für ambulante Pflege. Foto: dpa

Osnabrück. Die ambulante Pflege in Niedersachsen soll besser bezahlt werden. Dafür haben sich jetzt AWO, Caritas, Diakonie und Sozialstationen, die im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund organisiert sind, zusammengeschlossen.

Bislang haben die Verbände jeweils pauschale Vergütungssteigerungen für ihre Dienste verhandelt. Dadurch sei die Pflege aktuell vielfach unterfinanziert. „Mit gefühlten Werten kommt man nicht weiter“, sagte Sr. Anna Schenck im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie ist im Landesbüro der Caritas für die Themen Pflege und Altenpflege zuständig.

Die Pflegekräfte müssten die Unterfinanzierung ausbaden, indem sie immer mehr Leistungen in immer kürzerer Zeit erbringen. Künftig wollen die Verbände daher mit denjenigen, die zahlen, also Pflegekassen, Sozialhilfeträgern und Krankenversicherung, auf Basis einer Kalkulation verhandeln. Die Leistungen sollen nach ihrem tatsächlichen Aufwand und nicht durch eine Mischkalkulation vergütet werden.

Hintergrund ist eine neue Gesetzeslage, die ermöglicht, dass die Bezahlung nach Tarif – so wie sie die Wohlfahrtsverbände praktizieren – von den Kostenträgern übernommen werden muss. Allerdings nur, wenn eine konkrete Kostenstruktur vorgelegt wird. Das war bislang nicht der Fall. Und das haben die Verbände, die nach eigenen Angaben mehr als 30 Prozent der Pflegebedürftigen in Niedersachsen versorgen, nun geändert. Die Verhandlungen mit den Kostenträgern laufen. „Wir erhoffen uns bereits für das Jahr 2018 neue Vereinbarungen“, sagte Schenck. „Die Pflegedienste sollen das Geld bekommen, das sie brauchen.“ Am Ende würden dadurch Arbeitsplätze gesichert. „Außerdem sollen sich die Rahmenbedingungen für die Arbeit verbessern – weg von der Rennpflege.“


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