Osnabrückerin tritt an Anne Kura will Landeschefin der Grünen werden

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Ein neues  Gesicht an der Spitze der Landesgrünen? Anne Kura strebt den Parteivorsitz an. 

            

              
                Foto: Franziska MeuselEin neues Gesicht an der Spitze der Landesgrünen? Anne Kura strebt den Parteivorsitz an. Foto: Franziska Meusel

Hannover. Seit dem Abgang von Meta Janssen-Kucz ist die Doppelspitze der niedersächsischen Grünen nur noch zur Hälfte besetzt. Das soll sich im März ändern: Anne Kura kandidiert.

Die Osnabrücker Sozialwissenschaftlerin Anne Kura hat sich als Landeschefin der niedersächsischen Grünen beworben.

Die 33-jährige Mitarbeiterin in der Grünen-Landtagsfraktion ist damit die bisher einzige Kandidatin für den frei gewordenen Platz neben dem Hannoveraner Stefan Körner in der Grünen-Doppelspitze. Der Platz ist seit November vakant, da die bisherige Co-Chefin Meta Janssen-Kucz nach ihrer Wahl zur Landtagsvizepräsidentin das Amt niedergelegt hatte.

Bei einer Landesdelegiertenkonferenz am 10. und 11. März in Oldenburg soll die Nachfolgerin der Ostfriesin Janssen-Kucz bestimmt werden. Das Amt ist zunächst nur von kurzer Dauer – bereits im Herbst steht die reguläre Neuwahl beider Vorsitzenden an. Die Kandidatur kommt wenig überraschend – das Parteiratsmitglied Kura wird intern schon lange als grünes Nachwuchstalent gehandelt.

Lust auf neue Aufgabe

„Ich habe richtig viel Lust darauf“, sagt die Osnabrücker Stadträtin beim Gespräch mit unserer Redaktion. Sie sieht die Grünen seit der Wahl einer neuen Doppelspitze beim Bundesparteitag in Hannover im Januar in einer allgemeinen Aufbruchstimmung. (Weiterlesen: So war das Frühlingserwachen bei den Grünen) Zudem brauche es die Partei, die sich nicht nur auf das Thema Ökologie reduzieren lassen dürfe, mehr denn je. „Ich glaube, dass die Gesellschaft gerade jetzt eine progressive, nachhaltige und gerechte Politik nötig hat“, sagt sie mit Blick auf die Erfolge der AfD.

Die Kandidatin will dabei vor allem ins Gespräch kommen – mit Parteimitgliedern ebenso wie mit gesellschaftlichen Gruppen. „Wir sollten wieder mehr diskutieren“, sagt Kura. Dass die Landesgrünen sich selbst nach der verlorenen Landtagswahl im vergangenen Herbst eine Erneuerung verordnet hatten, begrüßt Kura. Nach dem Verlust der Regierungsbeteiligung hatten die Grünen eine Überprüfung von Strukturen, Debattenkultur und Themen verabredet. „Wir haben es in den letzten Jahren auch als Partei ein bisschen mit der Fokussierung auf das Regierungshandeln übertrieben. Jetzt haben wir die Chance, uns programmatisch weiterzuentwickeln“, sagt sie.

„Haben in Osnabrück keine Flügel“

Mit der Wahl der sich selbst als „progressiv links“ bezeichnenden Kura würde die Partei den angestammten Proporz zwischen Linkem- und Realoflügel wieder herstellen: Körner gilt als Realo. Allerdings sieht die Kandidatin diese Debatte auch auf Landesebene als überholt an: „Ich finde es wichtig, Sachfragen nicht nach Lagern zu diskutieren. Das funktioniert zum Beispiel in meinem Kreisverband Osnabrück gut, dort haben wir keine Flügel. Übrigens: Auch innerhalb der Flügel werden Sachfragen häufig kontrovers diskutiert. Das belebt die Partei.“


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