Asylbewerber in Niedersachsen Zahl der freiwilligen Ausreisen geht stark zurück

Von Klaus Wieschemeyer

Viele abgelehnte Asylbewerber aus Albanien und dem Kosovo hatten Deutschland 2015 und 2016 freiwillig verlassen. Foto: dpaViele abgelehnte Asylbewerber aus Albanien und dem Kosovo hatten Deutschland 2015 und 2016 freiwillig verlassen. Foto: dpa

Hannover. Da Abschiebungen menschlich belastend und aufwändig sind, bevorzugt die Politik die freiwillige Ausreise abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland. Im Jahr 2016 waren die Zahlen in Niedersachsen hoch, doch nun gehen sie stark zurück.

Immer weniger abgelehnte Asylbewerber in Niedersachsen nutzen die geförderte freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Demnach reisten im vergangenen Jahr 4401 Personen freiwillig aus, 2016 waren es mit 11 935 noch fast dreimal so viele. Das staatliche Förderprogramm REAG/GARP nahmen demnach im vergangenen Jahr 3188 Personen in Anspruch, 2016 waren es noch 8551.

Freiwillige Ausreise bevorzugt

Die freiwillige Ausreise gilt nicht nur als humaner, sondern auch als preiswerter für den Staat, da die Kosten für Polizeieinsätze und Abschiebungen wegfallen. Die Ausreisezahlen waren 2016 auf ein historisches Hoch geschnellt, vor allem Flüchtlinge vom Balkan, aber auch Afghanen nutzten die Förderprogramme. 2015 hatte Niedersachsen 5819 freiwillige Ausreisen gezählt, 3615 davon waren über REAG/GARP gefördert worden. In der Regel erhalten Erwachsene 300 Euro für die Rückkehr, Kinder die Hälfte.

Ausnahmejahr 2016

Die für 2017 gemeldeten Zahlen sind zwar noch vorläufig, wie das Innenministerium betont. Allerdings seien die „noch zu erwartenden Abweichungen gegenüber der vorläufigen Zahl sehr gering“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr sei nicht aussagekräftig. „Aufgrund des außergewöhnlich hohen Zuzugs von Ausländerinnen und Ausländern ab dem Herbst 2015, war 2016 ein Ausnahmejahr. 2017 bewegen wir uns mit der Anzahl der freiwilligen Ausreisen nahezu wieder auf dem Niveau von 2015“, betonte er.

Zudem bewege sich die Zahl der Abschiebungen weiterhin „auf einem hohen Niveau“, betonte der Sprecher. Im vergangenen Jahr zählte das Innenministerium in Hannover 1724 Abschiebungen davon waren 597 Dublin-Überstellungen in andere EU-Länder. 2016 waren es 1959 (346 Dublin-Fälle) gewesen, im Jahr 2015 insgesamt 1133 (262 Dublin-Überstellungen).