Große Koalition in Berlin Niedersachsens SPD geht leer aus

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Bleibt in Hannover: Boris Pistorius. Foto: dpaBleibt in Hannover: Boris Pistorius. Foto: dpa

Hannover. Die neue Bundesregierung formiert sich - allerdings ohne Beteiligung aus Niedersachsen: Mit Gabriel verlässt der letzte Vertreter des Landes das Kabinett.

Hannover. Wie sich die Zeiten ändern: Als Gerhard Schröder in Berlin regierte, saßen meist gleich mehrere Genossen aus seinem niedersächsischen Landesverband am Kabinettstisch. In der neuen Großen Koalition muss nun mit Sigmar Gabriel wohl der letzte Niedersachse auf SPD-Seite seinen Stuhl zugunsten von Parteichef Martin Schulz räumen. Auch in Fraktion und der Parteispitze ist die Niedersachsen-SPD trotz des Landtagswahltriumphs 2017 nur mäßig vertreten, mit Lars Klingbeil stammt immerhin der Generalsekretär aus dem zweitgrößten SPD-Landesverband.

Zwar war zwischenzeitlich spekuliert worden, Landeschef Stephan Weil oder Innenminister Boris Pistorius würde es von der Leine an die Spree ziehen. Weil war demnach für das Finanzressort im Gespräch, Pistorius für Inneres, Verteidigung oder Justiz.

Doch das hat sich ebenso zerschlagen wie die Hoffnung im Osten des Landes, Hubertus Heil könne es noch ins Bildungsressort schaffen.

Entsprechend schlecht kamen die Berliner SPD-Personalien gestern in Hannover an: „Das ist eine Groko-Katastrophe“, schimpfte ein hochrangiges Parteimitglied.

Weil selbst hüllte sich bis zum gestrigen Nachmittag in Schweigen. Stattdessen schickte Noch-Generalsekretär Detlef Tanke vor: „Für dieses Ergebnis kann man die Verhandlungsführer nur beglückwünschen“, schwärmte der pflichtschuldigst. Nun freue man sich auf die Diskussionen mit den Mitgliedern. Zu den Personalentscheidungen sagte Tanke am Mittwoch nichts. Die dürften allerdings spätestens am Abend Thema sein: Da begann eine zweitägige Klausur von Landesvorstand und Bundestagsabgeordneten in Springe bei Hannover.


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