zuletzt aktualisiert vor

Vergangene Woche mehr als 800 neue Fälle Zahl der Grippeerkrankungen steigt in Niedersachsen weiter

Von Nina Brinkmann

Derzeit stecken sich immer mehr Menschen in Niedersachsen mit Influenza an. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaDerzeit stecken sich immer mehr Menschen in Niedersachsen mit Influenza an. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

nib/dpa Osnabrück Kein Ende in Sicht: Auch in der vergangenen Woche haben sich viele Menschen mit der Influenza angesteckt. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) registrierte 813 Neuerkrankungen. In der Vorwoche waren es mit 681 Fällen deutlich weniger Neuerkrankungen.

Insgesamt wurden nach Angaben des NLGA seit Beginn der Influenzasaison im Oktober 2017 2405 im Labor nachgewiesene Fälle in Niedersachsen registriert. Diese Anzahl sei zwar ähnlich hoch wie in der vergangenen Saison zum gleichen Zeitpunkt, jedoch liege die Zahl der insgesamt an Grippe erkrankten Menschen deutlich höher. Der Grund: Nur bei einem Teil der Erkrankungen erfolgt eine Labortestung auf Influenzaviren. „Ein Rückgang ist derzeit noch nicht zu verzeichnen“, sagte Dagmar Ziehm, Sprecherin des NLGA am Dienstag. Prognosen über den weiteren Verlauf der Influenzawelle seien unsicher.

Bereits drei starke Influenza-Saisons

Bei den 813 in der vergangenen Woche registrierten Fällen wurde 646 mal der Influenza B-Virus gefunden. In 141 Fällen handelte es sich um Influenza A-Viren. Seit Beginn der Grippe-Saison in Niedersachsen sind bereits vier an Influenza erkrankte Menschen gestorben. Häufig führe die Grippe nicht unmittelbar zum Tode, sondern in Verbindung mit anderen Grunderkrankungen, sagte Ziehm. Zwei der Todesopfer waren über 75 Jahre alt. Bei den anderen beiden handelte es sich um eine junge Frau und ein Kleinkind, bei denen keine Vorerkrankungen bekannt waren. Im gesamten Winter 2016/2017 waren in Niedersachsen 35 Grippe-Todesfälle gemeldet worden. „Wir haben bereits drei als stark zu bezeichnende Influenza-Saisons hinter uns“, erklärte Ziehm. In den vergangenen Jahren sei die Influenzaaktivität teilweise noch bis in den März hinein angestiegen.

Weiterlesen: Grippe-Symptome: echte Influenza oder Erkältung?

Hohes Fieber und Gliederschmerzen typisch für Grippe

Von einer Grippewelle ist die Rede, wenn der Erreger in mehr als 20 Prozent der übermittelten Proben zu finden ist. In der vergangenen Woche lag die Rate bei 38 Prozent. Der Influenzatyp B komme in dieser Saison besonders häufig vor, sagte Ziehm. Im vergangenen Jahr dominierte nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) Typ A, der häufig zu mehr Todesfällen bei Grippewellen führt. Typ-B-Viren gelten deshalb aber nicht als harmlos. In einer schweren Grippesaison kann die Zahl der Todesfälle bundesweit bei über 20.000 liegen.

Für die Influenza ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, Erschöpfung, Husten und starken Gliederschmerzen typisch. Gefährlich wird eine Infektion vor allem für alte und chronisch kranke Menschen. Empfohlen wird daher, sich bereits im Herbst impfen zu lassen. Allerdings fügt Ziehm auch hinzu: „Für Personen, für die eine Influenzaerkrankung ein besonders hohes Risiko darstellt, ist die Impfung trotzdem noch zu empfehlen.“ Meist endet die Grippesaison im März.