Protest gegen türkische Offensive Hunderte Kurden demonstrieren in niedersächsischen Städten

Von epd

In Hannover, Göttingen und anderen Städten Niedersachsens haben erneut hunderte Kurden gegen die türkische Militäroffensive im Norden Syriens demonstriert. Das Bild zeigt eine Aufnahme von einer Demonstration Ende Januar in Hannover. Foto: Rainer Droese/imagoIn Hannover, Göttingen und anderen Städten Niedersachsens haben erneut hunderte Kurden gegen die türkische Militäroffensive im Norden Syriens demonstriert. Das Bild zeigt eine Aufnahme von einer Demonstration Ende Januar in Hannover. Foto: Rainer Droese/imago

Hannover/Göttingen. In mehreren niedersächsischen Städten haben Kurden und ihre Unterstützer am Sonnabend erneut gegen die Angriffe der türkischen Armee auf die kurdisch kontrollierte Region Afrin im Norden Syrien protestiert. In Hannover versammelten sich nach Polizeiangaben am frühen Nachmittag etwa 600 Menschen auf dem Opernplatz, in Göttingen kamen mehr als 250 Demonstranten zu einer Kundgebung in die Innenstadt

In mehreren niedersächsischen Städten haben Kurden und ihre Unterstützer am Sonnabend erneut gegen die Angriffe der türkischen Armee auf die kurdisch kontrollierte Region Afrin im Norden Syrien protestiert. In Hannover versammelten sich nach Polizeiangaben am frühen Nachmittag etwa 600 Menschen auf dem Opernplatz, in Göttingen kamen mehr als 250 Demonstranten zu einer Kundgebung in die Innenstadt.

Die türkische Luftwaffe fliegt seit dem 20. Januar Angriffe auf Afrin, gleichzeitig beschießen türkische Truppen und mit ihnen verbündete islamistische Milizen Ortschaften und vermutete kurdische Stellungen mit Panzern und Artillerie. Nach Medienberichten sollen bei der Offensive bereits mehrere hundert Menschen getötet worden sein, darunter auch viele Zivilisten.

Die Regierung in Ankara bezeichnet die in Nordsyrien dominierenden kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ YPG als Ableger der in der Türkei verbotenen und bekämpften Kurdischen Arbeiterpartei PKK. Sie will verhindern, dass an der türkischen Grenze in Nordsyrien eine kurdisch kontrollierte Region entsteht.

„Sind entsetzt über das Schweigen von Amnesty International“

In Göttingen hatte unter anderem das örtliche „Zentrum der Jesiden“ zu der Protestaktion aufgerufen. Dessen Sprecher Azad Onal sagte, nur dank der YPG habe der „islamische Staat“ in Syrien und im Irak weitgehend militärisch besiegt werden können. Die YPG habe im August 2014 Zehntausende Jesiden vor dem IS-Terror geschützt und gerettet. Der türkische Machthaber Präsident Recep Tayyip Erdogan wolle „nun die YPG vernichten und nimmt die Region Afrin mit seiner Bevölkerung ins Visier“. Andere Redner nannten es „niederträchtig“, dass die Kurden von der Internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen würden.

In Hannover forderte eine Sprecherin des „Demokratischen Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland“ Menschenrechtsorganisationen zum Handeln auf: „Wir sind entsetzt über das Schweigen von Amnesty International, Human Rights Watch und der vielen anderen Menschenrechtsorganisationen“, sagte sie. Die Türkei verstoße mit dem Angriff auf Afrin gegen das Völkerrecht, sie begehe Kriegsverbrechen und breche viele weitere internationale Abkommen.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Kurden in mehreren niedersächsischen Städten gegen die türkische Offensive demonstriert. Unter anderem waren am Freitagnachmittag rund 600 Menschen durch Salzgitter gezogen