Engpässe in der Ausbildung Ärztekammer: Studenten stärker in klinische Lehre einbinden

Von dpa

Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen hat vorgeschlagen, Studenten stärker in die klinische Lehre einzubinden. Foto: Uwe Anspach/dpaDie Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen hat vorgeschlagen, Studenten stärker in die klinische Lehre einzubinden. Foto: Uwe Anspach/dpa

Hannover. Angesichts von Engpässen in der Medizinerausbildung hat die Chefin der Ärztekammer Niedersachsen vorgeschlagen, Studenten stärker in die klinische Lehre einzubinden.

Angesichts von Engpässen in der Medizinerausbildung schlägt die Ärztekammer Niedersachsen Alarm. „Der Ärztemangel in Deutschland wird durch den Mangel an Medizinstudienplätzen noch dramatischer“, erklärte Kammerchefin Martina Wenker. Die großen akademischen Lehrkrankenhäuser sollten daher Studenten ab dem 5. Semester stärker in die klinische Lehre einbinden, forderte die Präsidentin. Wenker: „Auf diesem Wege müssen in Deutschland so schnell wie möglich 1500 zusätzliche klinische Studienplätze geschaffen werden.“ (Weiterlesen: Was machen Bundesländer gegen den Landärzteschwund?)

Zahl der Studienplätze gesunken

Trotz eines enormen Bedarfs an Ärzten sei die Zahl der Medizinstudienplätze in Deutschland seit der Wiedervereinigung um 40 Prozent von 16 000 auf 9000 Plätze gesunken. Angesichts des Mangels ziehe es daher viele qualifizierte und engagierte junge Menschen zum Medizinstudium ins Ausland. „Es kann nicht sein, dass Ärzte aus dem Ausland nach Deutschland kommen, um eine Mangelsituation auszugleichen, während gleichzeitig deutsche Abiturienten ins Ausland gehen müssen, damit sie die Chance auf einen Medizinstudienplatz bekommen“, kritisierte die Lungenfachärztin.

Wenker, die auch Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist, sieht in Niedersachsen Möglichkeiten für die geforderte stärkere klinische Einbindung etwa in Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Osnabrück.