1988 junge Anhalterin getötet Osnabrücker Ermittler rollen Mordfall Werner wieder auf

Von Dirk Fisser und Melanie Heike Schmidt

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Auf der Grenze zwischen Osnabrück und Georgsmarienhütte wurde 1988 die Leiche von Ute Werner entdeckt. Der Mörder konnte nie gefasst werden. Foto: Michael GründelAuf der Grenze zwischen Osnabrück und Georgsmarienhütte wurde 1988 die Leiche von Ute Werner entdeckt. Der Mörder konnte nie gefasst werden. Foto: Michael Gründel 

df/mhs Osnabrück. Es gibt Verbrechen, die brennen sich in das Gedächtnis von Gemeinschaften ein. Besonders jene, die nie aufgeklärt, nie gesühnt wurden, bei denen jeder weiß: Der Täter ist noch irgendwo da draußen. Der Mord an Ute Werner in Osnabrück ist so ein Verbrechen, eines der mehr als 300 ungeklärten Tötungsdelikte in Niedersachsen. Ein Vierteljahrhundert später wird wieder ermittelt.


DNA-Spuren

Dass DNA-Spuren in die falsche Richtung führen können, zeigt der Fall des Phantoms von Heilbronn: DNA-Spuren, die 2007 am Tatort der getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter gefunden wurden, tauchten an mehr als 40 weiteren Tatorten auf, bald suchten die Ermittler sogar in Österreich und Frankreich nach der „Unbekannten weiblichen Person“ – bis sich herausstellte, dass die Spur von einer Mitarbeiterin der Firma stammte, die die Wattestäbchen für die Spurensicherung hergestellt hatte. Der Fall schlug Wellen. Doch er zeigt auch, was DNA-Analyse heute zu leisten vermag: Kleinste Spuren von Blut, Speichel oder Sperma genügen, um den genetischen Fingerabdruck herauszulesen, den die Ermittler mit der DNA-Analyse-Datei abgleichen können. Seit 1998 hat das BKA knapp 1.2 Millionen DNA-Profile gesammelt, die meisten (866000) von bekannten Straftätern, der Rest von Unbekannten. Monatlich kommen 8400 neue Datensätze hinzu. Bisher konnten mithilfe der DNA-Analyse fast 200000 Taten aufgeklärt werden. mhs

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