AGZ läuft in Niedersachsen aus Grünlandprämie für Bauern fällt ersatzlos weg

Die AGZ geht derzeit vor allem an Besitzer von Grünland. Foto: dpaDie AGZ geht derzeit vor allem an Besitzer von Grünland. Foto: dpa

Hannover. Schlechte Nachricht für die Weidelandbesitzer in Niedersachsen: Der Ausgleich für benachteiligte Gebiete läuft aus, die als Ersatz versprochene Weideprämie kommt nicht.

Die auslaufende „Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete“ (AGZ) bekommt zunächst keinen Nachfolger. Auch eine von der rot-grünen Vorgängerregierung in Aussicht gestellte 30Millionen Euro schwere Weideprämie ist damit vom Tisch.

Das bestätigte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) auf Nachfrage unserer Redaktion. Die AGZ wird damit auslaufen, 2018 sollen noch circa 17 Millionen Euro an Grünlandbewirtschafter vor allem im Nordwesten des Landes ausgeschüttet werden. Auch im Entwurf zum Nachtragshaushalt 2018 ist kein Ersatz vorgesehen.

(Weiterlesen: Das lange absehbare Aus der Grünlandprämie)

„Nicht mehr finanzierbar“

Otte-Kinast machte Amtsvorgänger Christian Meyer (Grüne) für das Auslaufen verantwortlich: „Bei meinem Amtsantritt habe ich eine Situation vorgefunden, in der bereits veranlasste Prämienanhebungen so viele Mittel für den Ökolandbau und die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen binden, dass eine weitere Förderung durch die Ausgleichszulage schlichtweg nicht mehr finanzierbar ist“, erklärte die Ministerin.

AGZ nur auf Kosten anderer Zusagen

Eine Verlängerung der Ausgleichszulage wäre nach Ansicht der Ministerin nur um den Preis denkbar, „dass bisherige Förderzusagen für die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) sowie den Ökolandbau nicht verlängert und zudem keine neuen Förderzusagen mehr erteilt würden. Das würde Tausende Betriebe empfindlich treffen, die sich mit diesen Maßnahmen für Artenvielfalt, den Boden- und Wasserschutz und für Emissionsminderungen einsetzen und dabei auf berechenbare Förderangebote bauen.“ sagte sie.

Otte-Kinast erklärte, sie bedauere die daraus entstehenden Konsequenzen ausdrücklich. „Mir ist die schwierige Lage in den letzten Jahren, vor allem für die Milchviehbetriebe, mehr als bewusst. Hier war die Ausgleichszulage eine zusätzliche Unterstützung für die Grünlandbetriebe“, sagte die Ministerin.


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