Partei soll Mitglieder werben Landes-CDU will für Frauen attraktiver werden

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Walsrode. Die CDU in Niedersachsen will 2022 wieder stärkste landespolitische Kraft werden. Dafür will die Partei sich erneuern, Mitglieder gewinnen und Frauen fördern.

Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann hat seine Partei zur Erneuerung aufgerufen. „Wir brauchen wieder eine Aufbruchsstimmung in der CDU“, sagte der Vize-Ministerpräsident am Samstag bei der traditionellen Parteiklausur in Walsrode. Die Union solle die inhaltlich treibende Kraft der Großen Koalition mit der SPD werden und sich als „Dafür-Partei“ profilieren, die für die Zukunft Niedersachsens brenne. „Wir wollen der Turbo sein“, sagte Althusmann. Die CDU müsse dafür „brennen“, ihre Projekte umzusetzen.

Mehr Geld für Straßen

Althusmann kündigte an, schnell mehr Geld für den kommunalen Straßenbau bereitzustellen. Insgesamt werde das Land den Ausbau großer und kleiner Verkehrswege fördern. Dabei geht es nicht nur um einen beschleunigten Bau der geplanten Autobahnen und der E 233. Die CDU-Fraktion fordert bereits für den Nachtragshaushalt 2018 zusätzliches Geld für den kommunalen Straßenbau und den Erhalt landwirtschaftlicher Wirtschaftswege.

CDU soll in Koalition wachsen

Die CDU war bei der Landtagswahl im Oktober 2017 zweitstärkste Kraft hinter dem jetzigen Koalitionspartner SPD geworden. Althusmann räumte Fehler im Wahlkampf ein. Er trat aber der Befürchtung entgegen, die Partei werden als Juniorpartner in einer Regierung bei der Landtagswahl 2022 Boden verlieren. „Es gibt keinen Automatismus, dass man als kleinerer Partner gerupft aus einer Großen Koalition herausgeht. Wir werden am Ende gestärkt herausgehen“, kündigte Althusmann an.

Warnung vor Hannovers Glaskuppel

Dazu soll die Partei auch inhaltlich und kommunikativ erneuert werden. So warnte der Parteichef davor, sich zu sehr auf Rückmeldungen aus dem Politik- und Medienbetrieb in Hannover zu konzentrieren. Dieses „Glaskuppelphänomen“ verstelle mitunter den Blick auf die Sorgen und Nöte der Menschen im Land. Der neue Generalsekretär Kai Seefried stellte einen „ Plan für Niedersachsen “ vor, mit dem die CDU zur 2022 geplanten Landtagswahl wieder stärkste Kraft werden soll. Der Parteivorsitzende rief die 48 Kreisverbände zur Mitgliedergewinnung auf: Große Verbände sollten bis Jahresende je 100 neue Mitglieder werben, kleinere 50, sagte er. Die CDU leidet unter einem massiven Mitgliederschwund durch Überalterung. Obwohl sich Ein- und Austritte nach Parteiangaben etwa die Waage halten, hat die mit 60000 Mitgliedern größte Partei des Landes in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten vor allem durch Tod etwa 20 000 Mitglieder verloren.

Tandem soll Frauen in Führung bringen

Die CDU debattierte bei der Klausurtagung in Walsrode auch, wie die Mitarbeit von jungen Menschen und Frauen in der Partei stärker gefördert werden kann. Die Frauenunion fordert ein „Reißverschlussverfahren“ bei Listenaufstellungen. Dabei solle jeder zweite Platz Frauen vorbehalten sein. Der Antrag soll auf dem nächsten Landesparteitag besprochen werden. Althusmann erklärte, der Vorstoß habe zwar keine Aussicht auf Mehrheit. Gleichwohl sei unstrittig, dass die Niedersachsen-CDU mehr Frauen in Führung brauche. So will Althusmann im März den Landesvorstand ein „Tandem“-Modellprojekt vorschlagen. Dabei soll zunächst in jedem der acht Bezirks- und Landesverbände ein Tandem an den Start gehen, bei dem sich eine Frau und ein Mann eine Führungsposition in der Partei teilen.


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