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10.01.2018, 05:00 Uhr KOMMENTAR

Segnung gleichgeschlechtlicher Paare: Wahlfreiheit für Priester

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Foto: Katja SteinkampFoto: Katja Steinkamp

Osnabrück. Ein Auto bekommt ihn, ebenso wie ein Zebra oder ein neues Haus: den Segen der katholischen Kirche. Für viele mutet es grotesk an, dass er zwei Menschen versagt bleiben soll, die eine dauerhafte Beziehung führen wollen.

Aber: Es gibt auch in Deutschland nicht wenige Christen, die ausgelebte Homosexualität für eine Sünde halten. Sündhaftes Verhalten zu segnen wirkt für diese Gruppe ebenso grotesk. Und der entsprechende gesellschaftliche Wertewandel ist noch gar nicht mal so lange her. In anderen Ländern hat er dagegen noch gar nicht begonnen.

Das ändert allerdings nichts daran, dass der ein oder andere katholische Priester – wie so häufig – längst viel weiter ist. Die Segnung des Bürgermeisters von Emmerich und seines Partners etwa hätte wohl vollzogen werden können, wenn die öffentliche Empörung im Vorfeld nicht so hohe Wellen geschlagen hätte. Homosexualität und katholischer Glaube schließen sich für viele Christen nicht aus. Es wäre daher wünschenswert, dass das Thema nicht länger mit der Kneifzange angefasst, sondern diskutiert wird. Im besten Fall steht es katholischen Priestern ebenso wie evangelischen Pfarrern irgendwann frei, einen Segen nicht nur für Autos, sondern auch für gleichgeschlechtliche Paare zu sprechen, statt heimlich, still und leise ihrer Überzeugung gemäß zu handeln.


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