Arzt und Entertainer im Interview Eckart von Hirschhausen: Wie Weihnachten gelingt

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Hat einen 30 Jahre alten Weihnachtsgeschenkgutschein nicht eingelöst: Eckart von Hirschhausen. Foto: Imago/Future ImageHat einen 30 Jahre alten Weihnachtsgeschenkgutschein nicht eingelöst: Eckart von Hirschhausen. Foto: Imago/Future Image

Osnabrück. Der Arzt und Entertainer Eckart von Hirschhausen empfiehlt zu Weihnachten: Gehen Sie mal spazieren, vergleichen Sie nicht mit dem Lametta des Vorjahres und genießen Sie das, was da ist. Dann kann das Fest gelingen. Aber er geht auch mit dem deutschen Gesundheitssystem hart ins Gericht.

Hans dampft wieder in allen Gassen: Der Arzt, Autor und Entertainer Eckart von Hirschhausen moderiert heute Abend ein Weihnachts-Special seiner Show „Frag doch mal die Maus“ im Ersten, ist mit seinem neuen Programm „Endlich“ auf Tournee, hat eine CD mit Witzen für Kinder veröffentlicht und sorgt sich nicht nur um das deutsche Gesundheitswesen, sondern bemüht sich auch tatkräftig um Verbesserungen. Viele Themen für unser Frühstücksgespräch in einem Mainzer Hotel:

Herr von Hirschhausen, ist Weihnachten eigentlich gesund?

Die Leute machen sich immer einen Kopf, was sie zwischen Weihnachten und Neujahr alles essen und wie viel sie womöglich zunehmen. Ich finde: Wer nicht genießt, wird ungenießbar. Machen Sie sich lieber einen Kopf, was Sie zwischen Neujahr und dem nächsten Weihnachten essen. Das sind 51 Wochen – da lohnt es sich, darauf zu achten. Weihnachten ist und bleibt das Fest der Liebe, des Überflusses und eine Feier des Lebens.

Häufig verbunden mit Völlerei und übermäßigem Alkoholkonsum. Sehen Sie noch mehr Weihnachtsfallen?

Die größte Falle ist natürlich die Stimmung. Ein Klassiker der Weihnachtspsychologie ist für mich Loriot mit dem vernichtenden Satz „Früher war mehr Lametta“. Das heißt: Wir können uns die Stimmung bei jedem Weihnachtsfest kaputt machen, wenn wir ständig Vergleiche anstellen. Unser Gehirn macht aus dem letzten Weihnachten einen Best-of-Clip, erinnert sich an die Highlights und schneidet die ganzen langweiligen Momente raus, die es aber in jedem Jahr gibt. Wenn wir dann das Jetzt mit dem Früher vergleichen, muss die Gegenwart zwangsläufig abstinken.

Was ist Ihr Gegenmittel?

Wenn man die Erwartungen nicht zu hoch schraubt, kann es ein schönes Fest werden. Investieren Sie weniger Energie in Sorgen, Zukunftsängste und Ärger der Vergangenheit, sondern genießen Sie das, was da ist. Wenn man die Leute nach ihren schönsten Weihnachtserlebnissen fragt, hat die Antwort fast nie mit Wahnsinnsgeschenken, teuerstem Schmuck oder extravagantem Essen zu tun, sondern mit menschlichen Begegnungen, Gesprächen und Momenten, in denen jemand über seinen Schatten gesprungen ist.

Dann frage ich Sie mal nach Ihrem schönsten Weihnachtserlebnis.

Ich hatte als Student viel Spaß zu Weihnachten. An der FU Berlin, wo ich Medizin studiert habe, konnte man sich anmelden, um bei irgendwelchen Familien als Weihnachtsmann die Bescherung zu machen. Das war für mich ein Aha-Erlebnis, weil ich dadurch zu Leuten kam, bei denen mir ziemlich ungeschminkt die deutsche Weihnachtsrealität ins Auge sprang.

Zum Beispiel?

Manche dachten, der Weihnachtsmann sei so etwas wie ihr verlängerter pädagogischer Arm. Die riefen dann vorher an und sagten, dass ihre Kinder doch bitte schön mehr Hausaufgaben und sonst was machen sollen. Denen musste ich dann sagen: Ich fürchte, Sie überschätzen die Möglichkeiten eines viertelstündigen Weihnachtsmannbesuchs, die pädagogischen Versäumnisse der letzten Jahre auszubügeln (lacht). Ich habe aber auch gesehen, dass manche Kinder derartig mit Geschenken überschüttet werden, dass sie nach dem dritten schon gar keinen Bock mehr haben, das nächste noch auszupacken. Und ich habe ziemlich oft miterlebt, wie der Alkohol zugeschlagen hatte, noch bevor der Weihnachtsmann kam. Fröhlicher wurden dadurch die wenigsten.

Bei dem einen gibt es jedes Jahr Würstchen mit Kartoffelsalat, andere stehen fürs Weihnachtsessen drei Tage lang in der Küche. Wie sieht’s bei Ihnen aus?

Ich habe nichts gegen Würstchen mit Kartoffelsalat. Am 23. Dezember läuft ja im Ersten „Frag doch mal die Maus“ mit ganz vielen Weihnachtsthemen, und da ist unsere Eröffnungsfrage „Was gibt’s bei den Deutschen zu essen?“. Raclette und Gans sind beliebt, aber nur bei jedem Zehnten. Bei jedem Dritten stehen dagegen Würstchen und Kartoffelsalat auf dem Plan. Ich finde das praktikabel, denn man hat ja noch andere Sorgen. Außerdem wäre es eines der wenigen Gerichte, die ich mir auch zutrauen würde.

Wollten Sie nicht mal kochen lernen?

Ja, aber da hebe ich mir noch auf. Man muss ja Ziele für den dritten Lebensabschnitt haben (lacht).

Gibt’s eigentlich Tiere, die Sie nicht essen?

Ich esse weniger Fleisch als früher und glaube auch, dass das sehr sinnvoll ist – einmal für den eigenen Körper, aber auch für unseren Planeten. Ich bin da aber nicht ideologisch unterwegs. Natürlich gibt es Umstände in der Tierhaltung, die Menschen mit Mitgefühl einfach aufstoßen müssen. Dass darüber mehr nachgedacht und gesprochen wird, halte ich für einen großen Fortschritt. Auf der anderen Seite finde ich alle ideologischen Auseinandersetzungen meist sehr humorlos und unergiebig.

Haben Sie Weihnachtsrituale? Dinge, die Sie nur zu Weihnachten tun und sonst nicht?

Ich gehe in die Kirche. Und ich trete nicht auf, sondern habe endlich mal frei. Das ist ein schönes Ritual. Und ich bin auch nicht mehr als Weihnachtsmann zu buchen (lacht).

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie, wenn Sie an Weihnachten denken?

Ich erinnere mich, dass meine Großeltern immer dabei waren. Auch Onkel, Tanten und entferntere Verwandtschaft, die keinen Menschen zum Feiern hatten. Die haben immer das Geschenkpapier wieder glatt gestrichen und auch die Bänder aufgehoben fürs nächste Jahr. Wir denken heute ja immer, wir wären so wahnsinnig nachhaltig – dabei war die Generation, die noch Mangel erlebt hat, viel nachhaltiger als die Generation, die meint, ein Katalysator im SUV tue der Umwelt gut. Derjenige, der mit dem Fahrrad fährt, tut viel mehr für sich und die Umwelt.

Wie sah es mit Geschenken aus?

Dieser Konsumgedanke, der heute ja vielen Leuten auf den Keks geht, war bei uns schon damals nicht zentral. Ich habe heute noch einen mindestens 30 Jahre alten Gutschein meiner Eltern für ein Lexikon, den ich nie eingelöst habe. Mittlerweile gibt’s Wikipedia, so geht die Zeit über Dinge hinweg, aber den Gutschein und das Gefühl, geliebt zu werden, habe ich immer noch.

Gab’s Familienrituale?

Wir haben gemeinsam ein Konzert besucht. Und wir haben einen Spaziergang gemacht. Das wäre auch ein ganz praktischer Tipp für die nächsten Tage: Wenn Sie die gute Stimmung behalten wollen, dann hocken Sie nicht die ganze Zeit aufeinander, sondern gehen mal los. Beim Spazieren führt man bessere Gespräche als auf dem Sofa. Und die Leute sortieren sich automatisch – wer nicht so gut miteinander kann, schaut mal in die Landschaft. Man sieht zu Weihnachten ja auch Leute, die man aus guten Gründen das ganze restliche Jahr über nicht gesehen hat.

Weihnachten wird ja gern als Fest der Liebe beschrieben – wie sehen Sie das aus naturwissenschaftlicher Sicht?

Wir haben in Greifswald eine Studie meiner Stiftung „Humor hilft heilen“ unterstützt, bei der wir Kinder vor einer OP mit einem Klinikclown begleitet haben. Man konnte bei denen das Vertrauens-, Liebes- und Bindungshormon Oxytozin im Speichel messen – das stieg um 30 Prozent an. Das heißt übersetzt: Menschen brauchen Menschen. Allein die Tatsache, dass uns jemand Gutes will und Angst nimmt, ist wirksam. Deswegen ist es auch besorgniserregend, wie viele Menschen in Deutschland alleine sind, über alle Schichten und Generationen.

Warum sind sie das?

Wohlstand heißt in unserer Kultur oft, eine große Wohnfläche für sich zu haben. Aber das macht einen Menschen ja nicht glücklich. Das Fest der Liebe ist schön, wenn man jemanden hat, der es mit einem feiert. Aber das Gegenteil davon ist auf dem Vormarsch. Leute fühlen sich ausgeschlossen, sind alleine oder denken, dass niemand auf sie wartet. Das ist seelisch und körperlich ungesund und gesellschaftlich sozialer Zündstoff. Deswegen finde ich es gut, auch mal zwei Türen weiter zu gucken, ob da vielleicht jemand ist, der gerne mitfeiern möchte.

Ist Liebe für den Mediziner ein seltsames Spiel?

Liebe ist als Thema so unerschöpflich wie ein Teller Brühe für denjenigen, der nur eine Gabel hat. Ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben, ohne dass ich behaupten könnte, das Rätsel gelöst zu haben.

Sie haben 1985 Abitur gemacht und im Jahr darauf gleich Ihr Medizinstudium aufgenommen. War Ihr Abi so super, dass Sie sofort anfangen konnten?

Ich habe dem letzten Jahrgang angehört, in dem die Berliner nicht zum Bund mussten. Und ich hatte tatsächlich ein gutes Abi.

Welchen Schnitt hatten Sie denn?

1,3. Aber es war in Berlin auch leichter als woanders, darauf bilde ich mir nichts ein.

Zur Medizin: Seit der Wende ist die Zahl der Medizinstudienplätze in Gesamt-Deutschland von 16000 auf unter 10000 zurückgegangen. Gleichzeitig beklagen wir den Ärztemangel vor allem auf dem Land. Läuft da gerade etwas ziemlich verkehrt?

Im deutschen Gesundheitswesen läuft eine Menge verkehrt. Ein Riesenproblem ist die Überspezialisierung. Im niedergelassenen Bereich haben wir fast 90 Prozent Fachärzte, aber es fehlen eklatant Leute, die all diese tollen Befunde für die Menschen sortieren nach wichtig und unwichtig, die Wegweiser sein können durch den Dschungel und Patienten schützen vor unnötigen Eingriffen, Medikamenten und anderem ökonomisch motivierten Unsinn.

Was kritisieren Sie konkret?

Wir geben im Gesundheitsbereich unglaublich viel Geld aus, ohne dass die Menschen dadurch gesünder sind. In den letzten 20 Jahren hat sich eine Raffgier-Mentalität breitgemacht, die mir Angst macht. Jeder achtet darauf, wie er den größeren Teil vom Kuchen kriegt. Assistenzärzte werden morgens, wenn der OP nicht ausgelastet ist, losgeschickt, um „Patientenmaterial“ zu rekrutieren. Das ist pervers! Dabei wird vergessen, dass die Patienten mit ihren Beiträgen das ganze System überhaupt finanzieren – es sollte kein Selbstbedienungsladen sein, sondern den Patienten dienen. Kinderheilkundler und Allgemeinmediziner verdienen viel weniger als diejenigen, die den ganzen Tag röntgen und Laboruntersuchungen machen. Das aber ist totaler Unsinn, denn was den Menschen nachweislich fehlt, ist jemand, der zuhört, sie versteht, körperlich untersucht und wirklich begreift, was mit ihm los ist. Der größte Hebel, den man als Arzt hat, sind keine Medikamente, Operationen und künstliche Gelenke: Die Königsdisziplin ist, dazu beizutragen, dass jemand seinen Lebensstil ändert.

Was empfehlen Sie?

In meinem Bühnenprogramm sage ich: Wenn Sie Ihr Leben um bis zu 14 Jahre verlängern wollen, reicht es, fünf Dinge zu beherzigen: nicht rauchen, bewegen, Gemüse und Vollkorn statt voll Korn, erwachsen werden und Kind bleiben. Neugierig bleiben und Dazulernen ist der beste Schutz gegen Alzheimer. Es gibt keine Tablette, die besser ist als ein engagiertes Leben, in dem man sich bewegt und gebraucht wird. All diese Dinge, die Krankheiten verhindern, sind unspektakulär, aber die Helden der Medizin sind diejenigen, die Herzen transplantieren und Menschen vielleicht noch ein, zwei Jahre geben. Dabei bräuchten die vielleicht gar kein neues Herz, wenn sie nicht als Jugendliche angefangen hätten zu rauchen. Deshalb hat ein Lehrer, der einen Jugendlichen davon abhält, mit dem Rauchen anzufangen, für dessen Lebenserwartung mehr getan als jeder Arzt auf diesem Planeten.

Das klingt ja fast nach Nestbeschmutzung.

Nein, aber ich bin im Laufe der Jahre schon kritischer geworden mit der ganzen Zunft. Umso mehr freut es mich, dass ich sehr viel als Redner und Impulsgeber auf Ärztekongresse eingeladen werde oder im Hintergrund mitarbeiten kann an einer nationalen Gesundheitsplattform. Denn klar ist: Wir haben in Deutschland ein echtes Problem mit mangelndem Gesundheitswissen. Die Ambulanzen sind überlaufen von Leuten, die keine Notfälle sind. Bildungsfernere Menschen leben zehn Jahre kürzer als die besser Gebildeten. Und das ist eigentlich ein Skandal: Mitten in Deutschland haben wir Situationen wie in Entwicklungsländern.

Wer als Kassenpatient einen Termin bei einem Facharzt braucht, muss teilweise monatelang warten. Und ist nach zehn Minuten wieder draußen. Andererseits werden Zigtausende junge Menschen nicht zum Medizinstudium zugelassen, weil sie am Numerus clausus scheitern. Können Sie mir das erklären?

Mehr Ärzte machen die Menschen nicht automatisch gesünder, sondern schaffen sich irgendwann auch ihre eigenen Tätigkeiten. Was mir mehr Sorge macht, ist die Menge an Pflegekräften, die uns fehlt. Das deutsche Gesundheitswesen ist unglaublich medizinerlastig, während viele von den anderen Berufsgruppen deutlich zu kurz kommen. Das liegt daran, dass sie in diesem ganzen Bezahlsystem nicht vorkommen außer als Kostenfaktor.

Was schlagen Sie vor?

Mein dringender Wunsch ist es, mehr Menschen ins Gesundheitswesen zu bringen und die Ärzte team- und kommunikationsfähiger zu machen. Dann würde ich behaupten, dass die Zahl der Ärzte, die wir ausbilden, auch ausreicht. Aber die Diskrepanz zu den Pflegekräften ist bis heute eklatant und wird uns allen noch auf die Füße fallen. Heute fehlen 50000 Pflegekräfte, und in zehn Jahren wird es anderthalb Millionen Menschen mehr geben, die Pflege benötigen. Und wir lassen es zu, dass unsere gut ausgebildeten Pflegekräfte lieber in Norwegen oder der Schweiz arbeiten, weil sie da anständig behandelt und bezahlt werden. Dafür importieren wir wiederum Leute aus Spanien, Rumänien, Polen, von überall, die dann in ihren eigenen Ländern fehlen. Da ist ein total schwachsinniger Kreislauf in Gang gekommen. Wir kriegen es einfach nicht hin zu sagen, dass Pflege ein ehrenwerter Beruf ist.

Was muss sich ändern?

Es braucht auf einer Station nicht eine Pflegekraft für 40 Patienten, sondern drei. Und Krankenhäuser, die diese drei Stellen nicht finanzieren, müssten geschlossen werden. Das ist die Sprache, die die Verwaltungschefs verstehen. Für mich war es der berührendste Moment im ganzen Wahlkampf, als ein junger Pfleger Angela Merkel fragte: Wo ist denn meine Zukunft in diesem Land? Diese Diskussion muss jetzt endlich in Gang kommen. Deshalb finanziere ich mit meiner Stiftung „Humor hilft heilen“ nicht nur die Clowns in Krankenhäusern, sondern habe auch eine große Studie zu Pflegekräften in Bielefeld gemacht. In Pflegeschulen laufen mittlerweile ganz viele Programme an, die sich mit Kommunikation und Seelenhygiene beschäftigen. Denn wir müssen erst mal die, die da sind, behalten und dann dafür sorgen, dass mehr junge Menschen in diesem Beruf eine Zukunft sehen.

Was war eigentlich Ihr persönlicher Antrieb, Medizin zu studieren? Gab’s Vorbilder?

Ja, mein Großvater war Psychiater. Ich hatte auch mit der Theologie geliebäugelt, aber letzten Endes war die Medizin für mich die ideale Möglichkeit, auf einer naturwissenschaftlichen Basis den Menschen zu helfen, aber auch an die seelische Gesundheit zu denken. Mittlerweile habe ich ein bisschen das Gefühl, dass die Humanmedizin das Humane aus dem Auge verloren hat.

Warum?

Medizin ist mehr als große dramatische Eingriffe zu machen, die gut bezahlt sind. Fast alle Rückenoperationen sind unsinnig, viele Kniespieglungen sind unsinnig, sehr viele Herzkatheteruntersuchungen sind unsinnig. Die machen die Leute nicht glücklicher und gesünder. Die Chancen, die man hätte, sie vor einem Herzinfarkt zu schützen, indem man ihnen hilft, den Blutdruck zu senken, das Fett runterzubringen und sich mehr zu bewegen, bleiben nachweislich ungenutzt.

Weil es kein Geschäftsmodell ist?

Genau. Wenn jemand nicht krank wird und nichts hat, verdient auch niemand was an ihm. Das ist der Grundirrtum. Der goldene Satz der Medizin ist die Kunst, nicht so viel zu tun, wie es geht. Nichtstun muss sich wieder lohnen. Das klingt wie ein parodistisch veränderter FDP-Wahlslogan, aber so ist es.

Dann noch mal schnell zurück zu Weihnachten. Sie haben mittlerweile vier Witze-CDs veröffentlicht, die letzte mit Kinderwitzen. Was ist Ihr liebster Weihnachtswitz?

Da gibt es viele! Ein etwas böser für die Erwachsenen: „Schatz, was wünscht du dir zu Weihnachten? – Wenn ich ehrlich bin, die Scheidung – Wenn ich ehrlich bin: So viel wollte ich nicht ausgeben.“ Und vielleicht noch einen von der neuen Kinderwitze-CD: „Ein Junge betet ganz laut: Lieber Gott, schenk mit zu Weihnachten ein neues Fahrrad. Da sagt sein Vater: Gott ist doch nicht schwerhörig. Darauf der Junge: Gott nicht, aber Opa nebenan.“ Fazit: Wünsche gehen eher in Erfüllung, wenn andere wissen, was wir uns wünschen. Sie wissen jetzt, was ich mir für meine Stiftung wünsche: viele Witze-CDs zugunsten von „Humor hilft heilen“ unter den Weihnachtsbäumen, damit wir 2018 diese Arbeit weiterführen können. Und Ihnen und allen Lesern wünsche ich Gesundheit, immer was zu lachen und viele schöne Gemeinschaftserlebnisse – Jauchzet und frohlocket!

„Frag doch mal die Maus“ Samstag, 23. Dezember 2017, 20.15 Uhr im Ersten.

Alle Tourdaten unter www.hirschhausen.com.

Eckart von Hirschhausen

wird am 25. August 1967 in Frankfurt als Sohn eines Naturwissenschaftlers und einer ausgebildeten Altenpflegerin, Lehrerin und Fremdsprachensekretärin geboren. Er wächst mit seinen drei Geschwistern in Berlin auf und studiert nach dem Abitur in Berlin, Heidelberg und London Medizin. Anschließend arbeitet Hirschhausen als Arzt in der Kinderneurologie und studiert anschließend Wissenschaftsjournalismus. Schon während seiner Studienzeit sammelt er erste Erfahrungen als Zauberkünstler und Varietémoderator auf der Bühne. Durch die Kombination von wissenschaftlichen Inhalten und einer komödiantischen Form gelingt es ihm, ein neues Genre zu etablieren: medizinisches Kabarett. Zurzeit tourt er mit seinem aktuellen Programm „Endlich“ durch Deutschland. Auch auf dem Buchmarkt sorgt er für Furore und avanciert zum erfolgreichsten deutschen Sachbuchautor der Gegenwart.

Zusammen mit Bettina Tietjen führt Eckart von Hirschhausen ab September 2009 für mehrere Jahre durch die NDR-Talksendung „Tietjen und Hirschhausen“. Im Ersten moderiert er zahlreiche Wissenschaftsshows, an diesem Samstag ist ein Weihnachts-Special von „Frag doch mal die Maus“ zu sehen.

Bereits im Studium hat sich Eckart von Hirschhausen für die positive Wirkung des Lachens interessiert. 2008 gründet er die Stiftung „Humor hilft heilen“ ( www.humorhilftheilen.de) und sammelt unermüdlich Spenden, um das therapeutische Lachen in Medizin und Öffentlichkeit zu fördern und Clowns in Krankenhäuser zu bringen. Er engagiert sich für Gesundheit und Glück als Inhalte der Schulbildung.

Großen Wert legt Eckart von Hirschhausen auf die strikte Wahrung seiner Privatsphäre – er lebt in Berlin und bezeichnet sich als „glücklich verheiratet“.


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