Sondierungsgespräche der anderen Art Polit-Prominenz beim NOZ-Herbstempfang in Berlin

Von Marion Trimborn und Thomas Ludwig


Berlin. Wer regiert künftig Deutschland? Rund hundert Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien suchten auf diese Frage beim Herbstempfang der NOZ eine Antwort – viel Stoff für leidenschaftliche Gespräche.

Nachdem die Gespräche über eine Jamaika-Koalition geplatzt sind, ist die politische Lage in Deutschland offen wie selten zuvor. Übernimmt bald eine Minderheitsregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Ruder? Willigen die Sozialdemokraten doch noch in die Neuauflage einer Großen Koalition ein? Oder gibt es gar Neuwahlen? Das politische Personal in Berlin befindet sich im Ausnahmezustand.

„Gerade wegen dieser Problemfelder ist unabhängiger Journalismus für Toleranz und eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar“, sagte Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke beim traditionellen Empfang in Berlin. Aufgabe der Journalisten sei es, den Finger in die Wunde zu legen.

Erstmals fand das Treffen von Politikern und Verbandsvertretern mit Herausgebern und Journalisten unserer Mediengruppe in der gemeinsamen Landesvertretung von Niedersachsen und Schleswig-Holstein statt – auch als Ausdruck der norddeutschen Verbundenheit und gewachsenen Bedeutung des Unternehmensverbunds von NOZ Medien und mh:n Medien mit ihren zusammen bis zu 2,5 Millionen Leserinnen und Lesern.

Zahlreiche Politiker und Verbandsvertreter von Rang und Namen nahmen die Gelegenheit zum Gedankenaustausch wahr und gönnten sich eine abendliche Auszeit bei Musik und einem Glas Wein mit Aussicht auf die Reichstagskuppel. Unter ihnen der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD), FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki sowie Linken-Parteichefin Katja Kipping. Aus den Ländern kommen Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU), Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Auch Rot-Kreuz-Präsident, Rudolf Seiters und der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner mischten sich unter die Gäste.

An Gesprächsstoff mangelte es angesichts der Herausforderungen, denen sich der Berliner Politikbetrieb derzeit gegenübersieht, wahrlich nicht. Sei es die innere Neujustierung der Sozialdemokraten, der Führungsstreit bei der Links-Partei oder die Rolle der Bundestagsnovizen von der AfD als potenzielle Provokateure – Rohstoff für Wortwechsel gab es neben der offenen Regierungsfrage reichlich.


2,5 Millionen Leser täglich

Das Berliner Büro der Neuen Osnabrücker Zeitung versorgt neben den Kerntiteln im westlichen Niedersachsen zahlreiche weitere norddeutsche Verlage mit politischen Berichten aus der Hauptstadt. In der Summe beträgt die Auflage rund eine Million, was täglich 2,5 Millionen Lesern entspricht. Zu den Zeitungen gehören große Titel wie die Westfälischen Nachrichten aus Münster, die Schweriner Volkszeitung aus der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern oder die Redaktionsgemeinschaft Nordsee. Aber auch Zeitungen wie der auf Föhr und Amrum erscheinende „Insel-Bote“ oder die Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark beziehen politische Texte der NOZ-Redaktion.