Film-Tipp „Bad Moms 2“: Von Müttern ruinierte Weihnachten

Von Reinhard Westendorf

Haben genug von Weihnachten: Kathryn Hahn (von links), Mila Kunis und Kristen Bell. Foto: Courtesy of STX EntertainmentHaben genug von Weihnachten: Kathryn Hahn (von links), Mila Kunis und Kristen Bell. Foto: Courtesy of STX Entertainment

Osnabrück. In der US-Komödie „Bad Moms 2“ verweigern sich Hauptdarstellerin Mila Kunis und zwei Freundinnen dem familiären Weihnachtsstress.

Filme mit Frauenfiguren, die über die Stränge schlagen, erfreuen sich seit einiger Zeit immer größerer Beliebtheit. Vergangenes Jahr probte in der US-Komödie „Bad Moms“ eine von ihrem Dasein frustrierte Hausfrau mit zwei Leidensgenossinnen den Aufstand gegen mütterliche Perfektionsideale.

Erneut dargestellt von Mila Kunis, Kristen Bell und der großartigen Kathryn Hahn rebellieren die drei Freundinnen Amy, Kiki und Carla in „Bad Moms‘ Christmas“ (so der Originaltitel) jetzt gegen den familiären Weihnachtswahnsinn.

Alle Jahre wieder derselbe Stress! Denn ein im amerikanischen Sinne perfektes Weihnachtsfest bedeudet für die fürsorglichen Mütter die meiste Arbeit: Geschenke besorgen und verpacken, Weihnachtsbaum dekorieren, Kochen, Backen, Aufräumen, Putzen – und dann kommt noch die Verwandtschaft zu Besuch.

Schluss damit! In diesem Jahr will Amy Weihnachten wie früher als Kind einfach nur genießen. Dieses besinnliche Vorhaben ist jedoch leichter geplant als getan. Denn Amy und ihre zwei besten Freundinnen bekommen alle unverhofft frühen Besuch von ihren allesamt exzentrischen Müttern.

Eine zickige Zeremonie

Und so ist schon eine Woche vor Heiligabend insbesondere in Amys Familie die Hölle los. Ihre extrem auf mütterliche Vollkommenheit und gesellschaftliche Etikette versessene Übermutter (ebenso unterschätzt wie brillant: Christine Baranski) untergräbt alle Absichten ihrer vermeintlich das Fest ruinierenden Tochter. Doch die setzt alles daran, sich ihr Weihnachten zurückzuerobern.

„Bad Moms 2“ karikiert und hinterfragt sowohl die extrem überzogene Weihnachtsfeierei vieler amerikanischer Familien als auch das besondere Rollenverhältnis von Müttern und Töchtern in dieser zuweilen zickigen Zeremonie.

Vom gesamten Ensemble gut gespielt (unter anderem auch Susan Sarandon als leichtlebige Problem-Mom der alleinerziehenden Carla), gespickt mit pointierten Dialogen und zuweilen deftigem Humor, der jedoch allzu unflätige Exzesse vermeidet, bietet auch die weihnachtliche Fortsetzung ein ausgelassenes Kinovergnügen mit familienpädagogischem Impetus.

Mit dem Film „Girls Trip“, in dem unter anderem Queen Latifah und Jada Pinkett Smith die Rollen der Partyköniginnen übernehmen, kommt Ende des Monats übrigens die nächste und wohl weniger besinnliche Komödie über „Frauen, die über die Stränge schlagen“, in die deutschen Kinos.


„Bad Moms 2“. USA 2017, R: Jon Lucas, Scott Moore. D: Mila Kunis, Kristen Bell, Kathryn Hahn, Susan Sarandon; 104 Min., Ab 12; CineStar, Filmpassage

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