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Hochzeit auf den ersten Blick Sat.1-Kandidaten: Wir würden nicht mehr mitmachen

Von Daniel Benedict



Berlin. „Hochzeit auf den ersten Blick“ startet wieder. In diesem Archivbeitrag erinnern sich zwei Kandidatinnen an die Sat.1-Show.

Ab Sonntag zeigt Sat.1 die vierte Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“. In der Show gehen Kandidaten eine rechtsgültige Ehe ein – um sich erst nach der Trauung kennenzulernen. Dass die Ehe unter Unbekannten funktioniert, sollen in der Sat.1-Show Experten garantieren. Mit wissenschaftlichen Tests suchen Psychotherapeuten und -analytiker nach perfekten Paaren im Kreis der Kandidaten. Zwei der Ehefrauen erzählen, wie wenig perfekt das Ergebnis für sie war:

Jutta, 35 Jahre, verheiratet in Staffel 2 von „Hochzeit auf den ersten Blick“: Jutta glaubt nicht mehr, dass Sat.1 wirklich auf glückliche Ehen aus ist – zumindest nicht bei allen Kandidaten. „Man erkennt die Schablonen“, sagt sie. „Es gibt immer ein Paar, bei dem es klappen könnte. Dann gibt es den Mann, der beispielsweise eine kleine Dunkelhaarige sucht – und exakt das Gegenteil kriegt. Beim dritten Paar klafft es intellektuell auseinander; das vierte besteht aus zwei Kumpeln, für die es zur Liebe nicht reicht.“ Sie selbst, meint Jutta, sollte scheitern. „Uns wurde nichts in den Mund gelegt, sagt sie. „Aber jeder hat gemerkt: Die arbeiten systematisch auf ein Ergebnis hin.“ Das findet sie fahrlässig: „Es wird mit Gefühlen gespielt, mit dem Begriff der Ehe, mit Menschen.“ Im Rückblick hält Jutta sich für ein Opfer der Unterhaltung, womöglich sogar für ein leichtes: „Ich hatte den sehnsüchtigen Wunsch anzukommen. Das habe ich immer nach außen getragen. Ich glaube, dass man mich aufgrund meiner Biografie direkt auf dem Schirm hatte, seit ich gesagt habe, meine Eltern sind früh gestorben und ich bin als Baby adoptiert worden. Die haben sofort begriffen: Die Frau können wir vor die Wand laufen lassen.“ Und zwar mit einem Mann, der nicht zu ihr passt. Jutta: „Für mich war ‚Hochzeit auf den ersten Blick‘ eine traumatische Erfahrung. Am Ende ging es mir richtig schlecht, und von den sogenannten ‚Experten‘ fand keinerlei Nachbetreuung statt.“ Heute geht es Jutta besser. Gerade ist sie zu ihrem Freund gezogen und „megahappy“. – Juttas Ehe in Zahlen: Hochzeit: 15. 7. 2015. Scheidung: März 2017. Ehering: im Urlaub am Gletscher versenkt.

Kathrin, 36 Jahre, verheiratet in Staffel 3 von „Hochzeit auf den ersten Blick“: „Ich habe mich nicht wiedererkannt“, hatte Kathrin uns schon nach der Ausstrahlung ihrer Staffel gesagt. Ihr Vorwurf: Die Produktion hat sie gezielt als Hassfigur aufgebaut – durch geschickte Montage, das Weglassen bestimmter Szenen und die sinnentstellende Kombination anderer. Das wirkte: Bei Facebook sei sie mit Schmähkritik überzogen worden, sagt Kathrin; selbst Freunde hätten sich während der Ausstrahlung von ihr abgewandt. Die Methode, berichtet sie jetzt, habe sich sogar fortgesetzt, als sie gar nicht mehr dabei war. Bei einem Special, für das Sat.1 noch einmal alle Paare besucht hatte, fehlte Kathrin krankheitsbedingt. In der Sendung sah man dann, wie ihr Mann sie anzurufen versucht – woraufhin sie den Anruf scheinbar kaltherzig wegdrückt. Kathrin: „Das hat nie stattgefunden. Wen immer er vor der Kamera anruft – mich nicht, mein Handy war aus.“ Dem Publikum reicht das Bild als Beweis ihres schlechten Charakters: Auf Facebook wird Kathrin wieder als „alte verbitterte Hexe“ tituliert, als „ekelhaft“, als „widerliches Miststück“. Die öffentliche Wut verfolgt sie: „Als Sixx meine Staffel wiederholt hat, wurde es noch mal sehr extrem. Danach war es eine Weile still“, sagt sie. „Jetzt, vor der neuen Staffel, geht es wieder los – aber zum Glück nicht so schlimm, wie bei den beiden Ausstrahlungen.“ – Kathrins Ehe in Zahlen Hochzeit: 10. Juli 2016, die Scheidung steht noch aus. Ehering: verkauft. 

„Hochzeit auf den ersten Blick“. Sat.1 zeigt die vierte Staffel ab Sonntag, 12. November 2017, 17.30 Uhr


Was ist „Hochzeit auf den ersten Blick“?

In der Kuppel-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ stiftet Sat.1 zum fünften Mal Ehen – auf Grundlage wissenschaftlicher Test. Ihren Idealpartner, den „perfect match“, treffen die Kandidaten dabei zum ersten Mal im Standesamt, wo sie vor laufender Kamera eine rechtsgültige Ehe schließen. Sat.1 begleitet die Paare dann beim Kennenlernen und in den meisten Fällen zugleich beim Scheitern ihrer Beziehung. Drei von bislang 17 Paaren sind derzeit noch verheiratet, das entspricht knapp 18 Prozent. Für Sat.1 ist die Eigenproduktion ein Erfolg: Zuletzt erreichte das Format 2,11 Millionen Zuschauer ab drei Jahren und 16 Prozent der umworbenen 14- bis 49-Jährigen. Die fünfte Staffel von "Hochzeit auf den ersten Blick" zeigt Sat.1 ab dem 4. November 2018 immer sonntags um 17.30 Uhr.

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