TV-Tipp zum NDR-Programm Nordreportage über die letzte Fahrt des Transrapids

Von Frank Jürgens


Osnabrück Die NDR-Reportage über „Die letzte Fahrt des Transrapids“ (Montag, 18.15 Uhr) schildert die logistischen Herausforderungen eines besonderen Schwertransportes.

Der Transrapid galt jahrzehntelang als eines der großen Vorzeigeprojekte deutscher Ingenieurskunst. Die Magnetschwebebahn sollte nicht nur Menschen zwischen Ballungsräumen wie Hamburg und Berlin in Rekordzeit befördern. Sie galt auch als besonders sicher. Bis zu dem durch menschliches Versagen verursachten tragischen Unfall auf der Versuchsstrecke im emsländischen Lathen am 22. September 2006, bei dem 23 Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt wurden. Jetzt stehen die letzten Zeugnisse jener Ära in Nortrup auf dem Gelände eines Wurstfabrikanten, dessen Urgroßvater Hermann Kemper einst Pionierarbeit auf dem Gebiet elektromagnetischer Schwebebahntechnologie geleistet hat.

All dies und noch viel mehr geht leider größtenteils in der NDR-Reportage „Die letzte Fahrt des Transrapids“ unter. Filmautor Joop Wösten konzentriert sich viel zu sehr auf die zweifellos interessante logistische Herausforderung des Schwertransportes über eine Strecke von 100 Kilometern nach Nortrup bei Osnabrück. Aber das Thema Transrapid bleibt dabei inhaltlich auf der Strecke. Genauso gut hätte der Schwertransport auch Dampfloks, Windkraftanlagen oder Landmaschinen bewegen können. Nicht nur Transrapid-Freunde werden enttäuscht sein.

Die letzte Fahrt des Transrapids. NDR, Montag, 6. November 2017, 18.15 Uhr.

Wertung: 3 von 6 Sternen.