TV-Kritik „Stralsund“-Krimi im ZDF: Selbstjustiz und Fremdenhass

Karl Hidde (Alexander Held, M.) und Karim Uthman (Karim Günes, r.) durchsuchen den Unterschlupf der Entführer. Sie kommen zu spät. Die Entführer sind getürmt.Karl Hidde (Alexander Held, M.) und Karim Uthman (Karim Günes, r.) durchsuchen den Unterschlupf der Entführer. Sie kommen zu spät. Die Entführer sind getürmt.

Osnabrück. Fremdenhass und Selbstjustiz sind die Themen in der elften Folge der  Krimireihe von der Ostsee, die mit einem Raubmord im Supermarkt beginnt.

Nach Ladenschluss wird beim Überfall auf einen Supermarkt eine Kassiererin erschossen. Ihre unter Schock stehende Kollegin Monika aber ist einfach gegangen, ohne die Polizei zu rufen. Die wird hingegen von zwei Mitgliedern einer lokalen Bürgerwehr alarmiert, die  „Patrouille“ liefen. Die Ermittlungen ergeben, dass Monika von den vermutlich ausländischen Tätern vergewaltigt wurde und auch aus Angst vor ihrem aufbrausenden Freund schwieg. Nicht nur das Team von Nina Petersen (Katharina Wackernagel), mittlerweile kommissarische Leiterin, ist den Tätern jetzt mit Nachdruck auf der Spur. Auch die selbsternannte „Schutztruppe“ will zeigen, was sie für Recht halten.

Von Beginn an haben die Autoren Martin Eigler und Sven Poser die Drehbuchvorlagen für den Stralsund-Krimi geliefert.  Nach einigen übergreifenden Folgen durften sie jetzt wieder einen in sich abgeschlossenen Fall schreiben, in dem die teaminternen Auseinandersetzungen weniger Gewicht haben. Dabei holen sie zum Teil weit aus, um die die Themen Fremdenhass und Selbstjustiz in den Fokus zu rücken. Ergebnis: eine weitgehend gelungene Verbrecherjagd an der Ostsee in düsteren Bildern mit gesellschaftspolitischem Anspruch.

Stralsund – Kein Weg zurück: Samstag 04. November 2017, 20.15 Uhr, ZDF


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