Schauspielerin im Doppelpack Chiara Schoras: Mutter im Pubertier, Kommissarin im Bozen-Krimi


Osnabrück. Heute macht Chiara Schoras sich selbst Konkurrenz: Im Ersten ermittelt sie als „Frau Commissario“ im fünften Bozen-Krimi und im Zweiten schlägt sie sich im „Pubertier“ mit ihrer chaotischen Familie herum. Und beides macht Spaß, sagt die Schauspielerin.

„Egal, ob Krimi oder Komödie“, sagt Chiara Schoras. „Ich kann mich in beidem wiederfinden.“ Besonders in diesem Krimi und in dieser Komödie, denn im Bozen-Krimi, arbeitet die Halb-Italienerin sozusagen auf heimischem Terrain und im „ Pubertier „, weil ihre 16-jährige Tochter aus dieser harten Zeit auch noch nicht so lange raus ist. Nur mit 42 ein Kind zu bekommen, so wie Sara Maybacher in der Serie, das kann sich ebenfalls 42-jährige Chiara Schoras eher nicht vorstellen. „Wenn ich bei den Dreharbeiten den Bauch umgeschnallt habe, habe ich mich wirklich schwanger gefühlt, aber mit mir privat hat das nichts zu tun“, sagt die Schauspielerin im Gespräch mit unserer Redaktion.

Eher schon hat Italien mit ihr privat zu tun, auch wenn sie „an Bozen bislang immer nur vorbeigefahren“ ist. „Über den Brenner und dann immer nach Süden.“ Die Familie ihrer Mutter stammt aus Umbrien. „Ich habe früher alle Ferien bei meiner italienischen Familie verbracht“, sagt sie. Zeitweise ging sie in Mailand und Rom zur Schule und studierte Tanz, Gesang und Schauspiel am „ Centro di Danza Balletto di Roma „. „Ich bin dort auch noch durch eine Agentur vertreten“, sagt sie. In italienischen Produktionen mitgewirkt hat sie aber schon lange nicht mehr. „Dafür fehlt im Moment einfach die Zeit. Aber wer weiß, was in Zukunft kommt? Ausschließen würde ich das nicht.“

Wenn Chiara Schoras von Italien erzählt und den ein oder anderen italienischen Namen einfließen lässt, merkt man, dass sie die Sprache perfekt beherrscht. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen“, sagt sie. „Zuhause mit meiner Mutter habe ich nur italienisch gesprochen.“ Auch an ihre eigene Tochter hat sie das weitergegeben. „Vielleicht nicht ganz so konsequent, aber wir sind immer noch viel in Italien, und meine Tochter fordert das auch ein.“ Ihre italienische Familie lebt in Norcia. „Das ist dort, wo 2016 das große Erdbeben war. Sämtliche Kirchen und viele andere Gebäude sind eingestürzt. Es ist traurig, was da passiert ist, die Leute leiden heute noch darunter.“

Südtirol und Bozen, wo sie früher „nur vorbeigefahren“ ist, hat Chiara Schoras inzwischen ins Herz geschlossen. „Die Gegend ist wunderschön, die Weinberge und dahinter die Dolomiten. Wenn ich beim Drehen zwischendurch frei habe, ziehe ich jetzt öfter die Wanderschuhe an und gehe los.“ Auch ihr aus deutscher Sicht eher ungewöhnliches Kommissariat hat sie lieben gelernt. „Das Gebäude ist ein wunderschönes altes Haus, das sonst für Festlichkeiten genutzt wird“, erzählt sie. „Und gleich daneben ist eine Bar, wo wir in der Pause einen guten italienischen Espresso trinken können.“ Auch die Italiener begegnen dem deutschen Filmteam immer sehr freundlich. „Jetzt beim fünften Film hat es sich schon angefühlt wie Nach-Hause-Kommen.“

Dabei ist das Film-Zuhause der „Frau Commissario“ Sonja Schwarz alles andere als romantisch. Ja, sie wohnt auf einem Weingut, aber sonst gibt es wenig Schönes. „Wo du bist, ist nur Tod und Gewalt“, schleudert ihr ihre Tochter Laura (Charleen Deetz) entgegen. In der Tat, und es sind auch nicht nur berufliche Gewalttaten. Ihr Mann Thomas musste in Folge vier sein Leben lassen, und diesmal gerät Tochter Laura in Lebensgefahr. Sonja Schwarz sieht rot und vergisst sämtliche Dienstvorschriften und Gesetze, um Laura im Alleingang zu retten. Könnte sich Chiara Schoras so etwas auch vorstellen? „Ja, sowas würde ich für meine Tochter auch tun“, ist sie überzeugt. „Für die, die wir lieben, ist fast alles erlaubt.“ Und auch wenn es nicht erlaubt ist, finden sich manchmal ungeahnte Helfer, die den Alleingang unterstützen und Verbote umgehen. Jedenfalls im aktuellen Bozen-Krimi.


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