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Staffelstart mit Annina Hellenthal „Bettys Diagnose“ im ZDF: Wie gut ist die neue Betty?

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Osnabrück. Groß war der Schock bei den Fans der ZDF-Klinikserie „Betty Diagnose“: Erst eine Woche vor Ende der dritten Staffel war klar, dass Bettina Lamprecht als Titelheldin Schwester Betty aussteigt. Ihre Nachfolgerin Annina Hellenthal wird auch Betty genannt, ist aber ein anderer Typ.

Die Krankenhausserie „Bettys Diagnose“ ohne die beliebte, schlagfertige Titelheldin Betty Dewald (Bettina Lamprecht) - und ohne ein Happy End mit Dr. Marco Behring (Maximilian Grill)? Eine Nachfolgerin als Stationsleiterin, die auch Schwester Betty (Annina Hellenthal) heißt? Wie soll das nur weitergehen? Sehr gut. Zum einen bewahrt die moderne, bisweilen als skurrile Tragikomödie inszenierte Klinikserie auch in der der vierten Staffel ihren Schwung. Zum anderen greift Drehbuchautor Klaus Rohne die Zweifel und den Abschiedsschmerz skeptischer Fans geschickt auf, in dem er Letzteren durch Bettys Kollegen ausleben lässt – und dank der klugen Reaktion der neuen Betty darauf ad absurdum führt. Denn in der ersten Folge macht das Team der Neuen den Einstieg alles andere als leicht.

Unerschrockene Betty Weiss

Doch die Herausforderung meistert die neue Betty mit ihrer unerschrocken mit Bravour. Schnell wird klar: Betty Weiss ist ein ganz eigener Typ. Wie ihre Vorgängerin ist sie zwar schlagfertig, übersetzt vorwitzig den Patienten das Fachchinesisch der Ärzte und souffliert den Stationsärzten auch schon mal - ungefragt - Diagnosen, womit sie natürlich sofort die ehrgeizigen Dr. Helena von Arnstett (Claudia Hiersche) nervt. Doch Betty Weiss wirkt eine Spur bodenständiger und forscher als ihre Vorgängerin. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie einen ganz anderen familiären Hintergrund hat. Sie ist glücklich mit einem Notfallmediziner verheiratet. Sie hat aber als berufstätige Mutter eines Heranwachsenden andere Probleme zu bewältigen als der Single auf Partnersuche Betty Dewald.

Grandios besetztes Ensemble

Den besonderen Reiz der Serie macht aber das extrem spielfreudige, grandios besetztes Ensemble aus, das über die ein oder andere Ungereimtheit in dieser fiktiven Krankenhauswelt auch mal hinwegsehen lässt. Warum beispielsweise in der dritten Staffel Personal gekürzt werden musste und nun Bettys Stelle wieder besetzt wurde, bleibt unklar.

Es ist einfach ein großes Feierabendvergnügen beispielsweise Claudia Hiersche dabei zuzuschauen, wie sie Dr. Helena von Arnstett eine exzentrische Note verleiht, wie Maximilian Grill als Dr. Behring seinen Liebeskummer unfreiwillig komisch mit One-Night-Stands zu betäuben versucht oder Eric Klotzsch seinen verklemmten Eigenbrötler Dr. Tobias Lewandowski langsam zu einem liebenswerten – WG-tauglichen (?) – Kerl aufblühen lässt. Nicht zu vergessen: Sympathieträger wie Theresa Underberg als Schwester Lizzy, Carolin Walter als Schwester Talula oder Ercan Durmaz als Kioskbesitzer Safi Edemir.

Wertung: 5 von 6 Sternen

Bettys Diagnose: Freitag, 29. September 2017, ZDF, 19.25 Uhr. Die 26 neue Folgen werden jeweils freitags um 19:25 Uhr ausgestrahlt.


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