Wann läuft die Serie in Deutschland? The Handmaid‘s Tale: Wovon handelt die Emmy-prämierte Serie?

Elisabeth Moss als Offred in einer Szene der Serie „The Handmaid’s Tale“ vom Streamingdienst Hulu. Moss hat als Hauptdarstellerin einen Emmy gewonnen. Foto: George Kraychyk/Hulu/dpaElisabeth Moss als Offred in einer Szene der Serie „The Handmaid’s Tale“ vom Streamingdienst Hulu. Moss hat als Hauptdarstellerin einen Emmy gewonnen. Foto: George Kraychyk/Hulu/dpa

Osnabrück. Die Serie „The Handmaid‘s Tale“ begeistert in den USA die Kritiker und räumte bei den Emmys ab. Worum geht es in der Serie? Wann läuft sie in Deutschland? Und warum ist ihre Romanvorlage von Margaret Atwood aktueller denn je?

„The Handmaid‘s Tale“: Darum geht es

Die Serie „The Handmaid‘s Tale“ basiert auf einem dystopischen Roman der kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood. Der Roman, 1985 in Deutschland unter dem Titel „Der Report der Magd“ veröffentlicht, spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. (Weiterlesen: The Walking Dead Staffel 8: Wann geht es weiter?)

In der fiktiven Republik Gilead ist die Gesellschaft streng eingeteilt: Es gibt die Ehefrauen von hochrangigen Offizieren und Staatsmännern, dann gibt es die sogenannten Marthas, Haushaltskräfte, und die Mägde, die für Nachwuchs sorgen sollen. In dieser Welt sind die Frauen nach atomaren Katastrophen unfruchtbar, nur noch ein geringer Prozentsatz kann Kinder bekommen. Diese Frauen sind die Mägde, die in den höher gestellten Haushalten Kinder bekommen sollen. Regelmäßig werden sie deshalb von Männern in Anwesenheit ihrer Ehefrauen vergewaltigt.

„The Handmaid‘s Tale“: Magd Desfred erzählt

Der „Report der Magd“ wird aus der Ich-Perspektive der Magd Desfred (so heißt die Magd in der deutschen Übersetzung, im englischen Original heißt sie Offred, übersetzt: Frau des Fred) geschildert. Sie berichtet von der Züchtigung der Mägde durch sogenannte Tanten, die im Namen der neuen Regierung die Frauen dazu zwingen, sich anzupassen und möglichst schnell Kinder zu gebären. Die Mägde werden nach ihrer Einweisung von den Tanten von Haushalt zu Haushalt gereicht. Ihre Kinder werden ihnen weggenommen, sofern sie gesund sind, und können die Mägde keine Kinder bekommen, werden sie aussortiert.

Das totalitäre Regime von Gilead hat überall Spione, jeder überwacht jeden, ein Entkommen ist unmöglich. Grundlage der Republik ist eine fundamentalistisch-christliche Religion, die darauf abzielt, die Frauen klein zu halten und ihrer Rechte zu berauben.

Warum ist „The Handmaid‘s Tale“ so aktuell?

Margaret Atwood hat in den 80er-Jahren mit ihrem Roman eine Dystopie erschaffen, die erschreckend aktuell ist. Weltweit kämpfen Frauen um Gleichberechtigung, selbst in den westlichen Ländern gibt es immer noch Handlungsbedarf. Ein Beispiel ist Amerika mit dem offen frauenfeindlichen Präsidenten Donald Trump. In einem Interview mit dem Magazin Zeit im April dieses Jahres sagte Margaret Atwood, dass „Leute wie Mike Pence schon damals gegen die Rechte der Frauen oder der Minderheiten waren und für einen starken Polizeistaat. Menschen dieses politischen Schlages wollen seit 50 Jahren dasselbe.“

„The Handmaid‘s Tale“: Frauen dürfen nichts mehr

Das Grauen in Atwoods Roman fängt schleichend an: Nach einem Erdbeben an der San-Andreas-Verwerfung in den USA explodieren die Atomkraftwerke entlang des Grabens und verseuchen Amerika. In der Stadt, in der Desfred lebt, etabliert sich die Religion von Gilead und versucht, eine vermeintliche sichere Gesellschaft zu formieren, um das Überleben der Amerikaner zu sichern.

Desfred ist zu diesem Zeitpunkt noch eine junge Frau mit anderem Namen, sie hat eine Tochter, einen Ehemann und einen Job. Eines Tages wird ihr Konto gesperrt, sie und alle anderen Frauen werden entlassen und ihrer Freiheit beraubt. Als sich die Situation zuspitzt, will sie mit ihrer Familie fliehen, wird aber gefangen genommen und zum Haushalt des Kommandanten gebracht, dem sie ein Kind gebären soll. In ihrer Heimatstadt ist dann nichts mehr, wie es einmal war: Essen wird streng rationiert, Rebellen oder Andersgläubige werden erhängt, Frauen dürfen nicht mehr lesen und schreiben.

Erschreckend in Atwoods Roman ist nicht nur die Kaltblütigkeit des Regimes, sondern auch die mangelnde Solidarität zwischen den Frauen. Keiner hilft, alle schauen weg oder denunzieren.

„The Handmaid‘s Tale“: Wann läuft die Serie in Deutschland?

Die US-Serie „The Handmaid‘s Tale“ thematisiert weitestgehend diese Aspekte des Romans, einige Handlungen wurden für die erste Staffel dazu erfunden. Das Videoportal Hulu hat die Serie produziert, die erste Staffel umfasst zehn Episoden. Nach dem großen Erfolg der ersten Staffel gab Hulu bekannt, dass „The Handmaid‘s Tale“ eine zweite Staffel bekommt, die 2018 gezeigt werden soll.

„The Handmaid‘s Tale“ wurde in den USA bereits ausgestrahlt und gewann am Sonntagabend (Ortszeit) bei den Emmys insgesamt fünf Auszeichnungen, darunter als beste Dramaserie. In Deutschland wird die Serie ab dem 4. Oktober 2017 auf Entertain TV Serie, dem Streamingdienst der Telekom, ausgestrahlt.

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„The Handmaid‘s Tale“: Wer spielt mit?

Die Hauptrolle June Osborne/Offred spielt Elisabeth Moss, bekannt aus den Serien „The West Wing“ und „Mad Men“. Joseph Fiennes („Shakespeare in Love“, „Luther“) verkörpert den Kommandanten, dem Offred ein Kind gebären soll. Seine Frau, Serena Joy, wird von Yvonne Strahovski (bekannt aus den Serien „Dexter“ und „24“) gespielt. Alexis Bledel („Gilmore Girls“) verkörpert Emily/Ofglen. Schauspielerin Ann Dowd ist Tante Lydia, sie bekam für ihre Darstellung einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einer Dramaserie.

Wer ist Autorin Margaret Atwood?

Kritiker beschreiben sie als würdige Nachfolgerin der Science-Fiction-Autoren George Orwell („1984“) und Aldous Huxley („Schöne neue Welt“). Die kanadische Schriftstellerin und Lyrikerin wurde am 18. November 1939 geboren und lehrte vor ihrer Schiftstellerkarriere als Literaturwissenschaftlerin an einigen Universitäten in den USA. Der Roman „Der Report der Magd“ markierte ihren Durchbruch als Autorin, die Dystopie wurde 1990 von Volker Schlöndorff verfilmt.

Atwood gewann zahlreiche Literaturpreise und ist vor allem dafür bekannt, dass sie die Rolle der Frau in der Gesellschaft sowie die Umweltzerstörung thematisiert. Weitere bekannte Romane von ihr sind: „Katzenauge“, „Das Jahr der Flut“, „Der blinde Mörder“ sowie „Oryx und Crake“. Margaret Atwood wurde kürzlich der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels zuerkannt, der ihr am 15. Oktober 2017 in Frankfurt verliehen wird.

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood bei der Verleihung der diesjährigen Emmys. Ihr Roman lieferte die Vorlage zur Serie „The Handmaid’s Tale“. Foto: AFP / Mark RALSTON


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