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TV-Programm am Dienstag Doku zeigt Lage türkischer Exilanten in Deutschland

Von Frank Jürgens


Osnabrück. In der zwar subjektiv, aber sachlich gehaltenen Reportage „Exil Deutschland“ (Arte, Di., 21.15 Uhr) untersucht Can Dündar die Stimmung unter den Exilanten.

Seit einem Jahr befindet sich der bekannte Journalist, Autor und Filmemacher Can Dündar in Deutschland im Exil. In der Türkei droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Seit dem Putschversuch in der Türkei vor einem Jahr sind dort Journalisten, Anwälte, Autoren und sowieso alle Erdogan -kritischen Menschen der Willkür eines Systems ausgeliefert, das mit einer Demokratie nicht mehr viel gemeinsam hat. Einer „Demokratie, die im Sterben liegt“, wie es der Publizist ausdrückt.

Dündar beschreibt gemeinsam mit Katja Deiß in der freilich sehr subjektiven, aber in ruhig-sachlichem Tonfall gehaltenen Reportage „Exil Deutschland – Abschied von der Türkei“ die Lage unter den Exilanten. Dabei untersuchen sie auch die Stimmungslage zwischen den scheinbar unversöhnlichen Lagern aus Erdogan-Anhängern und Gegnern. Berlin sei für Dissidenten wie Dündar gleichermaßen eine „Zuflucht und ein Verbannungsort“. Nicht nur am Bosporus herrsche eine greifbare „Atmosphäre der Angst“. Selbst in Berlin traue sich Dündar nicht einmal mehr, ein Taxi zu besteigen. Aus Angst, ein türkischstämmiger Fahrer und Erdogan-Anhänger werde ihn erkennen und könne handgreiflich werden. Nichtsdestotrotz dringt auch Hoffnung auf Versöhnung durch.

Wertung: 5 von 6 Sternen.