„U18 – Fernsehen für uns“ Girlpower! Darum sind die Gilmore Girls ein Serien-Hit

Die Gilmore Girls wissen, was sie vom Leben wollen. Foto: Saeed Adyani/ NetflixDie Gilmore Girls wissen, was sie vom Leben wollen. Foto: Saeed Adyani/ Netflix

Osnabrück. Mütter und Töchter können beste Freundinnen sein. Die amerikanische Serie Gilmore Girls liefert den Beweis dafür. Doch nicht nur wegen der besonderen Verbindung zwischen Lorelai und Rory Gilmore lieben Fans ihre Geschichte, sondern auch wegen der gelebten Girlpower, die Fernsehgeschichte schrieb.

Mutter-Tochter-Beziehungen sind mitunter kompliziert. Doch die von Lorelai und Rory Gilmore begeistert die Massen. Im Jahr 2000 flimmerte die erste Staffel der Gilmore Girls über die amerikanischen Bildschirme, vier Jahre später folgt die deutsche Erstausstrahlung im österreichischen ORF, wenig später zieht VOX in Deutschland nach. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits vier Staffeln erschienen, drei weitere werden bis in das Jahr 2007 folgen. Im Herbst 2016 versetzt ein Comeback der Serie die Fans in einen Ausnahmezustand.

Mutter und Tochter trennen 16 Jahre

Im Mittelpunkt der Gilmore Girls steht ein Mutter-Tochter-Gespann, was nur einen Altersunterschied von 16 Jahren trennt. Die alleinerziehende Lorelai Gilmore lebt mit ihrer Tochter Lorelai, die nach ihrer Mutter benannt ist und nur auf den Spitznamen Rory hört, in der fiktiven Kleinstadt Stars Hollow im Bundesstaat Connecticut. Während Lorelai (Lauren Graham) in einem Hotel arbeitet und gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sookie (Melissa McCarthy) von der Selbstständigkeit träumt, steht für Rory (Alexis Bledel) in der ersten Staffel ein Schulwechsel an. Von einer staatlichen Schule soll es für das Mädchen auf eine angesehene Privatschule gehen. Ein Schritt, der ihre Weichen für die Zukunft stellen soll. Denn Rorys Ziel ist klar: Sie will mehr, möchte an der Universität Harvard studieren und Journalistin werden.

Es wird nicht gekocht, sondern geordert

Auch sonst wissen die beiden Damen genau, was sie vom Leben erwarten. Gekocht wird im Hause Gilmore nicht. Das Abendessen wird beim Italiener, Chinesen oder Inder geordert und dann vor dem Fernseher eingenommen, während Klassiker der Filmgeschichte laufen. Frühstück und Kaffee werden in Lukes Diner, ihrem Lieblingscafé, verzehrt. Hier füllt Luke (Scott Patterson), der von Beginn an mit Lorelai flirtet und den Zuschauer so erahnen lässt, dass hier Raum für eine amouröse Beziehung besteht, stetig die großen Tassen auf. Zugleich ermahnt er Mutter und Tochter wegen eben dieses Kaffeekonsums. Denn Lorelai und Rory Gilmore verbindet nicht nur der gleiche Vor- und Nachname, sondern auch die Sucht nach der schwarzen, heißen Brühe. „Kaffee“, rufen sie laut, ehe sie sich an einen der Tische setzen. Lukes Ermahnungen lassen die beiden kalt. Sie wissen, was sie wollen – ob im Café oder für ihre Zukunft. Girlpower lautet das Programm.

Kaffee bei Luke - ein Pflichtprogramm für Lorelai und Rory Gilmore. Foto: Saeed Adyani/ Netflix

Skurrile Nebenfiguren

Diese bringen sie auch immer wieder zum Einsatz, wenn sie Lorelais Eltern Richard und Emily besuchen. Bei kühlen Aperitifs und feinen Abendessen versuchen diese, am Leben ihrer Tochter und Enkelin teilzuhaben, was Lorelai verhindern möchte. Sie will das Leben mit ihrer Tochter eigenständig meistern, ohne die Hilfe anderer und vor allem ihrer Eltern. Im Laufe der Jahre gelingt ihr das mal mehr oder weniger gut. Eine zweite Familie finden Lorelai und Rory in den Bewohnern von Stars Hollow. Seien es die Nachbarn und Katzeneltern Babette und Morey, die Tanzschulleiterin Miss Patty, der Bürgermeister und Supermarktinhaber Taylor oder der Tagelöhner Kirk, der in gefühlt jeder Folge mit einem anderen Job betraut ist. Die Nebenfiguren der Serie sind so skurril und schrullig, dass die Zuschauer sie nur lieben können. (Lesen Sie hier: Was die Stars von Gilmore Girls heute so machen)

Gelebte Girlpower

Neben den detailliert kreierten Charakteren und der gelebten Girlpower sind es die schnellen, schlagfertigen und witzigen Dialoge, die Gilmore Girls zum Kult werden ließen. Bildungshungrige Frauen, die sich über Musik, Bücher und Filme definierten, statt über Handtaschen, Manolo Blahniks und Männer waren Anfang des neuen Jahrtausends ein Novum. Wer Lorelai und Rory das Wasser reichen, sie gar auf ein Date bitten möchte, muss mehr im Kopf als im Geldbeutel haben. Damit sprach die Serie eine neue Generation junger, selbstbestimmter Frauen an. 2007 war nach sieben Staffeln für die Gilmore Girls Schluss. Rory begleitete als Journalistin das Wahlkampfteam von Barack Obama und Lorelai leitete nicht nur ein eigenes Hotel, sondern hatte nach vielen Irrungen und Wirrungen den Mann fürs Leben gefunden. Ein perfektes Ende, doch für Liebhaber der Serie hätte es ewig weitergehen können.

Netflix präsentiert neue Staffel

Neun Jahre mussten sich die Fans gedulden, ehe die Gilmore Girls gemeinsam mit ihren alten Bekannten auf einem neuen Kanal ein Comeback ansteuerten. „Ein neues Jahr“ („A year in a life“) lautet der Titel der Mini-Serie, der in vier Folgen ein Jahr der Gilmore Girls erzählt. Statt im Fernsehen werden die Gilmore Girls im Herbst 2016 vom Streamingdienst Netflix präsentiert. Das ist jedoch die einzige Veränderung, die Geschichte von Mutter und Tochter folgt dem roten Pfaden: Beide sind immer noch auf der Suche nach mehr, beide kämpfen sich durch die Schwierigkeiten des Lebens und beide werden am Ende der achten Staffel mit einer spannenden Neuigkeit überrascht, die Fans auf der ganzen Welt verrückt macht und auf eine weitere, neue Staffel hoffen lässt. Denn es sind vier Worte, die ahnen lassen, dass diese Geschichte noch nicht auserzählt ist.

Lesen Sie hier: Warum jeder die Gilmore Girls lieben muss

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