Global Gladiators Global Gladiators: Wie war die Show? Reicht die Quote?

Von Daniel Benedict


Berlin. Hat „Global Gladiators“ das Zeug zum neuen Dschungelcamp? Kann die Quote dem Sender genügen?Unsere Kritik zur ersten Folge der Action-Show mit Oliver Pocher, Pietro Lombardi und Mario Galla.

Mit „Global Gladiators“ kreuzt Pro Sieben Action-Shows und Container-Formate wie „Promi Big Brother“. Macht die erste Folge Lust auf mehr? Unsere Kritik zur ersten der sechs vorab aufgezeichneten Episoden.

Wie war die Quote beim Auftakt von „Global Gladiators“?

1,31 Millionen Zuschauer hatte die erste Folge von „Global Gladiators“, laut „quotenmeter.de“. Beim Gesamtpublikum reichte das nicht für die Top 30. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil der Pro-Sieben-Show allerdings bei 9,9 Prozent. Zum Vergleich: Das Finale von „Germany‘s Next Topmodel“ erreichte eine Woche zuvor einen werberelevanten Marktanteil von 17,1 Prozent; die eigentliche Staffel, von der die Action-Show nun den Sendeplatz übernimmt, hatte sogar einen noch besseren Schnitt. Reichen die Werte für eine zweite Staffel der „Global Gladiators“? Ein Pro-Sieben-Sprecher hatte die Erwartungen im Vorfeld so beschrieben: „Wir machen es wie immer: Wir freuen uns erstmal auf die erste Staffel und werden im Anschluss entscheiden, wie es mit ‚Global Gladiators‘ weiter geht.“

Action-Spiele, bis die Zeit stehen bleibt: Global Gladiators

Mit Raabs Action-Turnieren und den suizidalen Mutproben von Joko und Klaas hat Pro Sieben sich über Jahre ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Es ist verständlich, dass der Sender den Vorsprung ins neue Format einbringen will. Auch „Global Gladiators“ inszeniert waghalsigen Fun-Sport, und das erste Spiel heißt „Heli Dart“: Die Kandidaten springen aus zehn Metern Höhe aus dem Hubschrauber ins Wasser. Jeder einzelne. Bis alle acht nass sind. Die Show hat gerade erst angefangen, und eine volle halbe Stunde sieht man nichts anderes als das. „Schlag den Star“-Kommentator Elmar Paulke würzt die Plumpsack-Parade mit brisanten Informationen wie dieser: Ulf Kirsten hat Höhenangst. Eine Sekunde hofft man, dass wenigstens der auf den Sprung verzichtet und die Sache ein bisschen abkürzt. Aber nein. Auch er „geht an seine Grenzen“. Es steht ja auch richtig was auf dem Spiel: Das Siegerteam hat Bettenwahl. Wenig später erfährt man, dass auch noch „Quad Polo“ und „Spider-Man Boule“ geboten werden. Alles in derselben Folge. Kein Mensch kann so viel trinken, um das alles auf dem Klo auszusitzen. (Global Gladiators: Kriegt Pietro Lombardi wirklich die Rekordgage von 290.000 Euro?)

Die gute Laune der Global Gladiators: Wo bleibt der Konflikt?

Acht Personen auf 24 Quadratmetern, 70 Zentimeter breite Etagenbetten, Brathühnchen nach dem Rezept von Lilly Becker: Pro Sieben lässt nichts aus, um seine Promis im Container-Kessel unter Druck zu setzen. Wie in den letzten Dschungelcamp-Staffeln gelingt es aber auch hier nicht, Hass unter den Kollegen aus der Welt des Trashs zu säen. In den ersten zwei Stunden ist Oliver Pocher der Einzige, der liefert: Er bricht einen müden Streit mit Lilly Becker vom Zaun und erzählt traurige Episoden aus seiner Kindheit bei den Zeugen Jehovas. Als Ex-Moderator von „Promi Big Brother“ weiß er eben, was das Trash-TV verlangt. Ansonsten wird bei „Global Gladiators“ vor allem gegackert. Vermutlich, weil Pocher nicht der einzige Comedian an Bord ist. Auch Pietro Lombardi kann lustig sein und erzählt der Interview-Kamera Witze. Diesen beispielsweise: „Ein Mann ohne Bauch ist wie ein Haus ohne Balkon.“ Hihi. Total unterhaltsam! Der Mann ist jede Rekordgage wert. (Global Gladiators: Wer ist der Moderator Maurice Gajda?)

Was wollen die Kandidaten eigentlich bei „Global Gladiators“?

Für Zuschauer ist „Global Gladiators“ Zeitverschwendung. Umso tröstlicher zu erfahren, dass wenigstens die Promi-Kandidaten auf ihre Kosten kommen. Denn sie alle haben einen guten Grund, nach Afrika zu fahren. Nämlich? Für Pietro geht es bei „Global Gladiators“ vor allem darum, mit dem Medienrummel nach der Trennung von Sarah abzuschließen. Er muss ganz einfach mal raus, sagt er. (Ins Fernsehen, wohin sonst?) Mario Galla, Model mit Beinprothese, will die Normalität der Behinderung demonstrieren. Und Larissa Marolt hofft auf einen sprunghaften Anstieg ihrer Intelligenz. Um den Geistesblitz zu erzwingen, greift sie in den Elektrozaun, der eigentlich Afrikas wilde Tiere vom Container fernhalten soll. Sie macht es nur ein einziges Mal. Ein klares Zeichen für den Zuwachs an Urteilskraft. Das könnte lustig sein, wenn es ein Gag-Schreier aus dem Dschungelcamp pointieren würde. Bei „Global Gladiators“ klingt der Off-Ton aber affirmativer als in jeder Auswanderer-Doku. Wer soll das gucken? (Bachelorette 2017: Wer ist Jessica Paszka, die neue Bachelorette?)

Team Blau gegen Team Rot: Die Kandidaten von „Global Gladiator“

In einem umgebauten Fracht-Container reisen acht Promis durch Namibia. Im Container herrscht der soziale Druck des Miteinanders auf engstem Raum; draußen warten Mutproben wie der Sprung aus einem Helikopter. Diese Kandidaten treten gegeneinander an:

Team Blau:

  • . Pro Sieben zeigt sechs Folgen immer donnerstags um 20.15 Uhr.


„Global Gladiators“ ist ein neues Pro-Sieben-Format, das Elemente aus Gameshow und Container-Unterhaltung kombiniert. Acht prominente Kandidaten – Raúl Richter, Larissa Marolt, Lilly Becker, Ulf Kirsten, Nadine Angerer, Pietro Lombardi, Mario Galla und Oliver Pocher – reisen als „Global Gladiators“ quer durch Namibia und stellen sich spektakulären Herausforderungen. Beim „Spider-Man Boule“ schwingen sie sich in 65 Metern Höhe durch den Fish River Canyon; beim „Heli-Darts“ stürzen sie als menschliche Dart-Pfeile aus dem Hubschrauber. Die eigentliche Nervenprobe der sechs vorab aufgezeichneten Episoden dürfte aber das gemeinsame Miteinander sein: Denn die acht Teilnehmer reisen und leben während der fünfwöchigen Dreharbeiten in einem zum Wohnwagen umgebauten Fracht-Container. Unter ständiger Kamera-Überwachung müssen die Global Gladiators es auf einer Fläche von 24 Quadratkilometern miteinander aushalten. Produziert wurde die Pro-Sieben-Show von der Münchner Firma FischWillWurm, die schon für die Pro-Sieben-Formate „My Idiot Friend“ und „Mission Wahnsinn“ verantwortlich zeichnete.