Michael Hulls Kandidaten-Check Let‘s Dance 2017: Respekt für Heinrich Popow!



Berlin. Let‘s Dance 2017: Haben Jury und Zuschauer die richtigen Tanzpaare weitergewinkt und nach Hause geschickt? Der Osnabrücker Ex-Juror und Tanz-Weltmeister Michael Hull ordnet die achte Liveshow von „Let‘s Dance“ im Schnell-Check ein.

„Let’s Dance 2017“: Die Jubiläumsstaffel der RTL-Show hat begonnen. Welches Tanzpaar hat sich in der achten Liveshow am besten geschlagen? Michael Hull, Tanzweltmeister aus Osnabrück und Juror der ersten beiden Staffeln, ordnet die verbliebenen Kandidaten von „Let’s Dance 2017“ ein.

Was sind die anfänglichen Probleme beim Tanzen?

Die meisten Menschen haben von außen keinen Einblick, was man mit seinem Körper beim Tanzen überhaupt erreichen kann. Für die meisten Kandidaten von „Let’s Dance“ ist Tanz – zumal der Turniertanz mit seinen eigenen Regeln – etwas komplett Neues. Auch für den Körper stellen die ungewohnten Bewegungsabläufe eine komplett neue Herausforderung dar. Aber unabhängig von Alter oder Körpergröße: Es lohnt sich. Der Bewegungsradius wird erweitert; man spürt Muskeln, die man vorher nie gespürt hatte. Zum Glück nimmt der Muskelkater mit der Übung wieder ab. Jede neue Hüftdrehung, jedes Ausgreifen des Körpers sprengt die eigenen Grenzen. (Let‘s Dance 2017: Übler Llambi-Tiefschlag gegen Heinrich Popow)

Warum ist der Tanzsport so wichtig?

Tanzen macht Spaß – aber es nutzt auch: Denn wer tanzt, dem fällt auch sonst vieles leichter. Das gilt vor allem für Menschen, die beruflich viel sitzen müssen. Die Muskeln stützen den Körper, aber dafür müssen sie aktiviert werden. Das macht Bewegungssport so wichtig; er steigert auch Zufriedenheit und Lebensfreude. Am Anfang steht man sich womöglich selbst im Wege; aber anders als bei „Let‘s Dance“ geht es beim privaten Tanzen ja nicht um den Ehrgeiz, andere Tänzer aus dem Rennen zu schlagen. Es geht nicht um das Ziel, sondern darum Schritt für Schritt die Reise zu genießen. Beim Training kann man die Leistungssteigerung spüren – das motiviert dann, über sich selbst hinauszuwachsen. Egal bei welcher Sportart. Man sieht es auch bei „Let‘s Dance“ immer deutlicher, wie viel Spaß die Kandidaten haben. Wie sähe es wohl aus, wenn sie nach der Show beim Tanzen bleiben würden? (Let‘s Dance 2017: Heinrich, Faisal, Giovanni – wer fliegt raus?)

Heinrich Popow und Kathrin Menzinger

Heinrich, ich bewundere dich und deine ehrliche Einstellung und Art. Wer dich hat, kann es sehr zu schätzen wissen. Auch wir in unsere Patsy & Michael Hull Foundation arbeiten wir sehr viel mit Menschen mit Behinderung – und wir erleben es fast täglich wie sie, trotz Behinderung, nie aufgeben an sich zu arbeiten. Mit Musik ist es auch einfacher, aber es gehört eindeutig auch der Wille dazu. Und deswegen mein Respekt an dich, Heinrich. Auch für deine brasilianische Samba! Diese Hebefigur, wow! Back Rocks, Batucadas und weitaus mehrere typische Samba-Bewegungen. Das müssen die anderen erste Mal umsetzen. Klasse, Heinrich. Und Spaß gemacht hat es auch! (Let‘s Dance 2017: Wann ist das Finale? Gibt‘s noch Tickets? Wer gewinnt?)

Faisal Kawusi und Oana Nechiti

Faisal muntert die Zuschauer im Fernsehen auf für Heinrich zu voten? Was ist das für ein Klasse-Kerl! Kein Wunder, dass die Stimmung bei ihm und Oana Nechiti so gut ist! Faisal sorgt für gute Stimmung untereinander und gibt die Stärke füreinander. Beim langsamen Walzer – den wir neuerdings gern als Brexit Waltz bezeichnen – tanzt Faisal im Dreiviertel-Takt. Der Tanz ist allerdingns nichts seins. Raumgreifende Leichtigkeit fällt ihm schwer. Er gilt als schwierigster Tanz; und viele hassen ihn in der Turniertanzform geradezu, weil es so lange dauert, all die Grundelemente zu beherrschen. (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Faisal Kawusi und Oana Nechiti)

Angelina Kirsch und Massimo Sinató

Angelinas Contemporary der letzten Woche war großartig. Genauso wie Gil hat Angelina Kirsch sich endlich freigetanzt. Ihre Samba ist nun im Takt des Lebens, am Puls der Zeit! Beats und Bewegung erleben Angelina und Massimo als dynamische, kraftvolle Begegnung von Rhythmus, Körperkunst und Aussagekraft. Wie schön, dass sie die Samba zu Harry Belafontes „Angelina“ vorführt. Genau nach dieser Nummer hat ihr Vater sie getauft. Sie tanzt also zu sich selbst. Die brasilianische Samba ist bekannt für ihre starken rhythmischen Pelvis-Aktionen. Wellen und Hüften schwingen hauptsächlich im Zweivierteltakt vor und zurück, und wenn gedoppelt wird, heißen die Bewegungen „Batucadas“. Und Massimo baut sie selbstverständlich großzügig ein. Bei vielen Grundelementen und Rolls sah Angelina allerdings nicht so frei und beweglich aus wie zuvor beim Contemporary. Es wird eng. (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Angelina Kirsch und Massimo Sinató)

Maximilian Arland und Sarah Latton

Maxi Arland kam letzte Woche endlich mal aus seiner Höhle heraus. Die Verkleidung beim Wiener Walzer in der letzten Woche tat ihm sehr gut – um sich in eine andere Rolle hineinzutanzen. So ist das auch in der Schauspielkunst. Ich wünsche ihm, dass er seine Leistung nun kontinuierlich steigern kann. Heute wird sein Tango mit vielen Argentino-Elementen eine sehr schöne Show. Sarah Latton hat eine clevere Choreo entworfen, mit eleganten Übergängen zu den Hebefiguren. Der Inhalt war mit der Phrasierung in der Musik sehr passend umgesetzt. Diese Art des Tangos mag Herr Joachim Llambi nicht unbedingt, trotzdem wertet er positiv! Gut, dass Sarah so streng mit Maxi Arland ist. Sah gut aus! (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Maximilian Arland und Isabel Edvardsson)

Giovanni Zarrella und Marta Arndt

Letzte Woche überraschte mich Giovanni mit seinem starken binnenkörperlichen Einsatz bei der Salsa. Joachim Llambi hat seine breitbeinige Darstellung im Bewegungsablauf des Salsa-Grundschritts moniert; beim Mann, gerade beim Cuban Style, finde ich das ganz normal und authentisch. Bei so einem Tanz darf der Herr nicht so weibliche Abläufe haben wie die Frau; und die beiden haben es einwandfrei dargestellt. Giovanni, der Gentleman, und Ekaterina, die elegante, edel aussehende Frau. Heute war die Rumba dran, mit einem Lied, das Giovanni einst für seine Frau gesungen hat. Dieser Tanz erfordert viel – vor allem viel Konzentration. Nach so vielen Wochen erscheinen neue und andere rhythmische Einheiten, die Motivation und Überwindung werden schwerer, je länger „Let‘s Dance“ läuft. Aber hier legte Giovanni nochmals richtig los. Er verliert seinen aufrechten Stand nicht, und man nimmt ihn das gut ab. Sehr elegant getanzt, die beste Rumba! (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Giovanni Zarrella und Christina Luft)

Gil Ofarim und Ekaterina Leonova

Beim Tanzen geht es nicht mehr um Führen und Folgen, sondern vielmehr um Vertrauen und gegenseitiges Verständnis. Man ist aufeinander angewiesen. Gil Ofarim hat ein enormes Einfühlungsvermögen; und deswegen war er innerhalb so kurzer Zeit so erfolgreich. Der eigentliche Schlüssel zu seiner Bewegungsfreiheit war der Contemporary. Inhaltlich war alles drin und er lebte es aus. Die Samba der letzten Woche erfüllte nicht unbedingt die Erwartung, die man inzwischen an Gil stellt. Trotzdem muss man gespannt sein, was Ekaterina noch aus ihm hervorholt. Mit dem Jive und seinem Viervierteltakt, der nicht unbedingt langsam ist, sahen Gil und Ekaterina wieder gut aus. Gil tanzt währenddessen eine tolle Geschichte mit Kicks Flicks und West Coast Swing Elemente; und mit seinem überraschenden Spagat zeigt er sich ungewöhnlich athletisch. Wow. Frischer kann man Freude nicht zeigen. (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Gil Ofarim und Ekaterina Leonova)

Vanessa Mai und Christian Polanc

Das Talent, das Vanessa von sich aus mitbringt, kann man nicht unterrichten. Man kann es nur fördern, und das beherrscht Christian. Er weiß, wie und wo man da ansetzt. Wenn man tanzt, geht es nicht um die Absicht, einen genauen Punkt auf der Fläche zu erreichen, sondern darum, jeden Schritt auf der Reise dorthin zu genießen. Jedes Mal wieder bin ich erstaunt, was Vanessa in der Feinstmotorik des Tanzens zeigt und hervorbringt. Es gibt die Motorik, Grobmotorik, Feinmotorik und die Feinstmotorik – und das Letztere ist absolut das Höchste und am schwersten zu bearbeiten. Ganz zu schweigen davon, das Level längerfristig zu halten. Diesmal zeigen Vanessa und Christian ihr Können mit einer Salsa, und sie vertanzen eher den New-York-Style. Rhythmus und Geschwindigkeit stimmten. Und die Hebefiguren – klasse! Wenn man die beiden in der Sendung verfolgt, laufen sie jetzt schon direkt auf die Ziellinie zu. (Die „Let’s Dance“-Paare 2017: Alles über Vanessa Mai und Christian Polanc)

Teamgeist bei „Let‘s Dance“ – eine Beobachtung am Rande

Ein großes Lob an den Teamgeist der aktuellen Staffel von „Let’s Dance“! In einem freien und sicheren Umfeld bekommt man das Gefühl von Einheit, Freundschaft und Zusammenhalt. Die Kandidaten üben Respekt gegeneinander, Toleranz, Akzeptanz, Mitgefühl und Vertrauen. In diesem Jahr sieht man bei „Let’s Dance“ nicht nur der tänzerischen Steigerung atemlos zu – auch die persönliche Haltung, die charakterlichen Stärken der Kandidaten begeistern. Hier herrscht eine tolle Teamspannung, eine gesunde Teamspannung! Das wird man, glaube ich, in dieser Form nie wieder so erleben. Hier finden Sie alle Artikel zum Themenbereich „Let‘s Dance 2017“.


„Let’s Dance“ geht 2017 ins Jubiläumsjahr. Diese Kandidaten tanzen in der zehnten Staffel von „Let’s Dance“ vor dem Jury-Pult von Joachim Llambi,Motsi Mabuse und Jorge Gonzalez:

Vanessa Mai (24),

Sängerin,

Anni Friesinger-Postma

(40), Eisschnellläuferin,

Ann-Kathrin Brömmel (27), Model,

Susi Kentikian (29),

Boxerin,

Chiara Ohoven (31),

Society-Girl,

Angelina Kirsch (28),

Curvy-Model,

Cheyenne Pahde (22), Schauspielerin,

Jörg Dräger (71),

Moderator,

Heinrich Popow (33), Paralympics-Sieger,

Maximilian Arland (35),

Moderator und Musiker,

Bastiaan Ragas (45),

Entertainer,

Gil Ofarim (34),

Musiker,

Faisal Kawusi (25),

Comedian,

Pietro Lombardi (24), DSDS-Star scheidet wegen einer Verletzung aus; ein Ersatzkandidat wird noch bekannt gegeben.

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