TV-Programm am Freitag „Im Nirgendwo“: Großartiger Journalistenfilm bei Arte

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Im Fall des verstorbenen Migranten Goodluck (Eugene Boateng) mischen sich für Charlotte (Ursina Lardi) Fantasie und Wirklichkeit. Foto: SRF/Severin NowackiIm Fall des verstorbenen Migranten Goodluck (Eugene Boateng) mischen sich für Charlotte (Ursina Lardi) Fantasie und Wirklichkeit. Foto: SRF/Severin Nowacki

Osnabrück. Der auf einer wahren Begebenheit beruhende Journalistenfilm „Im Nirgendwo“ ist eine packende Geschichte von einer Frau auf der Suche nach der Wahrheit.

Wenn Journalisten in Filmen auftauchen, dann ist das Klischee meist nicht weit; den moralfreien Reporter, der für eine gute Story seine Mutter verkaufen würde, haben wir alle schon viel zu oft gesehen.

Umso schöner, wenn es ein Film wie „Im Nirgendwo“ schafft, ohne solche Stereotype auszukommen. Die Geschichte der preisgekrönten aber ausgelaugten Journalistin Charlotte Senn, gespielt von einer großartigen Ursina Lardi, die den mysteriösen Tod eines Schwarzen recherchiert, ist packend und klischeefrei zugleich.

Und besonders aufregend wird der Film dadurch, dass er auf einer wahren Begebenheit beruht. Im Jahr 2009 fanden Skifahrer vor einer Schweizer Alphütte einen erfrorenen Mann aus Afrika. Bis heute ist unklar, wer der Mann war. Drehbuchautorin Simone Schmid berichtete über den Fall und versuchte die Herkunft des Mannes aufzudecken.

Dass es Schmid gelungen ist, ihre eigenen Erlebnisse in eine derart spannende und nie zu viel preisgebende Geschichte zu überführen, ist eine wirklich beachtliche Leistung. Und Ursina Lardi, die in jeder Szene des Films vorkommt, spielt die plötzlich wieder entflammte Journalistin so, dass es wirklich eine wahre Freude ist. Man würde sich wünschen, dass es auch in Deutschland gelänge, Filme mit einer solchen Präzision und Wucht zu produzieren.


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