Neu im Kino Lockere Culture-Clash-Komödie: „Ein Dorf sieht schwarz“

Von Wolfgang Mundt


Osnabrück. In den Siebzigerjahren übernimmt der frischgebackene Mediziner Seyolo die verwaiste Praxis in einem kleinen nordfranzösischen Ort. Der hoch motivierte Kongolese holt seine Frau und die Kinder nach. Doch die Landbevölkerung will sich von dem Mann aus dem früheren Zaire nicht behandeln lassen. In der Culture-Clash-Komödie von Julien Rambaldi regiert der alltägliche Rassismus und treibt seine Blüten.

Selbst die Kühe sind weiß in diesem Dorf weit entfernt von der Metropole Paris. Im Jahr 1975 ist der Anblick eines Schwarzafrikaners fremd für die dortige Landbevölkerung. Entsprechend irritiert und abweisend reagiert sie, als der frischgebackene Mediziner Seyolo Zantoko (Marc Zinga) mit Frau und Kinder die lange verwaiste Arztpraxis übernimmt. Aus dem ehemals belgischen Kongo kommend, ist die Sprache nicht das Problem für sie, auch wenn der nordfranzösische Akzent („Verdommich“) wie schon in der Erfolgskomödie „Willkommen bei den Sch’tis“ ihnen nur schwer begreiflich ist.

Seyolo hat eine attraktive Stellung als Leibarzt für den heimischen zairischen Diktator Mobutu bewusst ausgeschlagen und will, dass seine Kinder, ganz wie er es getan hat, im sicheren demokratischen Frankreich eine gute Ausbildung genießen. Das lukrative Angebot hat er seiner Frau aus gutem Grund verschwiegen.

Das ist eine günstige Ausgangssituation für eine Filmkomödie, die vom Zusammenprall bäuerlicher Provinzkultur mit den deutlich Anderen lebt. Locker und unaufgeregt präsentiert Regisseur Julien Rambaldi eine Reihe von Begegnungen, mit den Höhepunkten bei der Integration der fußballspielenden Tochter Sivi (Médina Diarra) und bei einer an Schimpftiraden reichen Geburtshilfe des Doktors, die seinen Durchbruch als Arzt des Dorfes bewirkt. Seyolos Frau Anne (Aïssa Maïga) bringt bei den lebhaften Verwandtenbesuchen authentisches afrikanisches Flair herbei, während rassistische Politik gegen sie intrigiert.

Der Sohn und spätere Rapper Kamini Zantoko (dargestellt von Bayron Lebli) hat die reale Lebensgeschichte seines 2009 verstorbenen Vaters zuerst in Musik und jetzt als Ko-Drehbuchautor festgehalten.


Ein Dorf sieht schwarz

„.

Frankreich 2016. R:

Julien Rambaldi.

D: Marc Zinga, Aïssa Maïga, Bayron Lebli, Médina Diarra, Rufus, Jean-Benoît Ugeux, Jonathan Lambert, Stéphane Bissot, Marie-Philomène Nga, Mata Gabin.

94 Min.

Ohne Altersbeschränkung.

Filmtheater

Hasetor