Natalia Wörner als Gast Quiz „Sag die Wahrheit“ läuft ab heute im Ersten

Zum festen Team der Quizsendung gehören neben Moderator Michael Antwerpes (stehend) Smudo, Ursula Cantieni, Pierre M. Krause und Kim Fisher (v.l.). Gast der ARD-Premiere ist Nathalia Wörner (Mitte). Foto: ARD/SWR/Peter A. SchmidtZum festen Team der Quizsendung gehören neben Moderator Michael Antwerpes (stehend) Smudo, Ursula Cantieni, Pierre M. Krause und Kim Fisher (v.l.). Gast der ARD-Premiere ist Nathalia Wörner (Mitte). Foto: ARD/SWR/Peter A. Schmidt

Osnabrück. Das schnelle Fragequiz „Gefragt – Gejagt“ hat´s vorgemacht, jetzt zieht mit „Sag die Wahrheit“ ein weitere Show aus einem der dritten Programme der ARD mit vorerst 14 Folgen (immer freitags um 18.50 Uhr) ins Vorabendprogramm des Ersten.

Seit 2003 läuft „Sag die Wahrheit“ im dritten Programm des SWR. Von Beginn an wird die Rateshow um die spannendsten Berufe und skurrilsten Hobbys von Michael Antwerpes moderiert, den meisten Zuschauern eher als Präsentator von Sportsendungen ein Begriff. Jetzt wird der Sprung ins ARD-Vorabendprogramm gewagt. „Ich glaube, solche emotionalen Quizformate kommen momentan beim Zuschauer ganz gut an. Dazu haben wir seit rund einem Jahrzehnt sehr erkleckliche Quoten im Dritten. Dies bleibt den Kollegen im Ersten nicht verborgen“, erklärt Antwerpes im Gespräch mit unserer Redaktion die Gründe. „Mitte der 1980er Jahre wurde dieses Format schon mal im Ersten probiert, die Blaupause stammt aus dem Jahr 1956! Als wir 2003 damit ins Dritte gingen, war unser Motto: besser gut kopiert als schlecht erfunden.“ Wichtig finde er auch, dass die Sendung keinen Vorspann habe. Es gehe sofort los mit „Nr. 1 – wer sind Sie?“ Der Zuschauer sei gleich mittendrin im Geschehen.

Prominenter Gast

Bei „Sag die Wahrheit“ behaupten in den ersten drei Spielrunden jeweils drei Kandidaten, ein und dieselbe Person mit einer besonderen Eigenschaft, einem außergewöhnlichen Hobby oder einem sehr speziellen Beruf zu sein. In der letzten Runde sind es nur noch zwei Kandidaten. Doch die knifflige Aufgabe für das Rateteam bleibt immer die gleiche: Durch geschicktes Fragen und Nachhaken müssen die Ratefüchse den Richtigen herausfinden und die raffinierten Schwindler entlarven.

Fest zum Rateteam gehören Kim Fisher, Ursula Cantieni, Smudo und Pierre M. Krause. Für das ARD-Vorabendprogramm wird dieses Quartett in jeder Sendung durch einen Prominenten ergänzt. Bei der Premiere verstärkt Schauspielerin Natalia Wörner das Team. Ist diese Erweiterung dem Ersten geschuldet? „Einerseits ja, aber es schützt das Rateteam auch vor zu großer Routine“, erläutert Michael Antwerpes. „Jetzt bekommt das Quartett einen neuen Reizpunkt. Doppelter Mehrwert also: Noch größere Prominenz, und die anderen Vier geben sich mehr Mühe, weil sie neben dem oder der Neuen gut aussehen wollen.“

Chuzpe

In „Sag die Wahrheit“ gibt es außer Ruhm und Ehre so gut wie nichts zu gewinnen. Mutet ein Quizformat ohne Geldgewinn nicht fast schon anachronistisch an. „In gewisser Weise schon, aber das ist eines der Erfolgsgeheimnisse“, glaubt Antwerpes. „Es geht schlichtweg um das Spielen an sich. So, als wenn  man sich abends Leute zu einem Spieleabend einlädt. Das Publikum hat eine gewisse Sehnsucht nach diesem „unschuldigen Fernsehen“ jenseits von Kommerz und Voyeurismus. Es geht schlichtweg nur darum zu raten: Wer ist es?“

In der ersten Folge der Show im Ersten, die unterhaltsam Feierabend und Wochenende einläutet, muss das Rateteam den richtigen Flirt-Coach erkennen, eine Chef-Intoneurin identifizieren und den wahren Hula-Hoop-Künstler ausfindig machen. Dabei kommt es auch auf die Qualitäten derer an, die nur vorgeben es zu sein. Schließlich könne man nicht den Erstbesten von der Straße nehmen, meint Antwerpes. „Die haben eine gewisse Kameraaffinität und kollabieren nicht gleich, wenn es in der Sendung darum geht, bei Rotlicht eine Rolle zu spielen. Als Schwindler braucht man da schon eine gewisse Chuzpe.“

Andere Facette

Für den fünffachen Familienvater Antwerpes ist „Sag die Wahrheit“ eine Möglichkeit, „eine andere Facette von mir zu zeigen. Beim Sport ist man doch eher der objektive Berichterstatter. Hier bin ich mitten drin im Geschehen, kann mehr Humor einbringen. Ich greife die Stimmung auf und treibe die Show voran. Aber das Ganze ist deutlich aufwändiger, als eine Sportsendung zu moderieren. Ein Tag „Sag die Wahrheit“ ist so anstrengend wie drei Sport-Livesendungen. Trotzdem: es macht mir nach wie vor einen Riesenspaß, auch weil hier meine Persönlichkeit mehr zum Tragen kommt.“

Bleibt noch zu klären, ob Michael Antwerpes selbst schon einmal vorgegeben hat, etwas zu sein, was er gar nicht ist. Lachend kommentiert der Moderator: „Nein, das kam so noch nicht vor.“ Womit er hoffentlich die Wahrheit gesagt hat.

„Sag die Wahrheit“

Freitag 21. April 2017, 18.50 Uhr im Ersten.


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