TV-Programm heute Abend Sehenswerte Sozialreportage: Zu stolz für die Stütze

Angelika E. hat nach zahlreichen „Gemeinheiten beim Jobcenter“ für sich und ihren Sohn entschieden, auf Hartz vier zu verzichten, obwohl sie Anspruch auf die staatlichen Leistungen hätten. Foto: NDR/ Dorothee MoutiezAngelika E. hat nach zahlreichen „Gemeinheiten beim Jobcenter“ für sich und ihren Sohn entschieden, auf Hartz vier zu verzichten, obwohl sie Anspruch auf die staatlichen Leistungen hätten. Foto: NDR/ Dorothee Moutiez

Osnabrück. Die sehenswerte Sozialreportage „Zu stolz für die Stütze“ (NDR, 21.15 Uhr) porträtiert zwei Anspruchsberechtigte, die wegen Schikanen auf Hartz IV verzichten.

Eigentlich hätte Angelika Anspruch auf Hartz IV. Aber das Thema ist für die alleinerziehende Mutter erledigt. Nach eigenen Worten waren vor allen Dingen „die Gemeinheiten beim Jobcenter“ ausschlaggebend dafür, dass sie nun versucht, so über die Runden zu kommen. Doch der Unterhalt vom Ex-Mann, Wohn- und Kindergeld reichen nicht. Gerade mal 113 Euro bleiben ihr pro Monat. Den 38jährigen Florian haben die Schikanen beim Jobcenter sogar in die Psychiatrie gebracht. Auch für ihn kommt Hartz IV nicht mehr infrage. Jetzt hofft er auf neue Zähne, um Chancen bei Bewerbungsgesprächen zu haben.

In ihrer sehenswerten Reportage „Zu stolz für die Stütze“ porträtiert Silvia Kaiser stellvertretend für 4,9 Millionen Menschen in Deutschland zwei Personen, die auf Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit verzichten. 20 Milliarden Euro, so heißt es aus dem Off, spare der Staat dadurch jährlich ein. Dafür droht den Betroffenen allerdings erst recht eine Schuldenspirale. Die Krankenkassen fordern schließlich weiterhin ihr Geld. Aber Kaiser vermeidet einen an und für sich berechtigten anklagenden Tonfall. Sie zeigt stattdessen auch Lösungsansätze für Betroffene wie beispielsweise das norddeutsche Ärzteprojekt „Praxis ohne Grenzen“.

Wertung: 4 von 6 Sternen.


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