BBC-Mini-Serie auf Arte Packendes Gesellschaftsporträt: „Wir sind alle Millionäre“

Ein Reklamegag? Bewohner der Pepys Road in London erhalten Postkarten mit der Aufschrift „Wir wollen, was Ihr habt“. Foto: Kudos/Hal ShinnieEin Reklamegag? Bewohner der Pepys Road in London erhalten Postkarten mit der Aufschrift „Wir wollen, was Ihr habt“. Foto: Kudos/Hal Shinnie

Osnabrück. Mit der BBC-Miniserie „Wir sind alle Millionäre“ liefert Arte ein spannendes Gesellschaftsporträt. Als Star dabei: Toby Jones als Bankangestellter in Nöten

Ist es Psycho-Terror? Politaktivismus? Oder ein Ulk? Als die Nachbarn in der Pepys Road in London Postkarten mit der Aufschrift „Wir wollen, was Ihr habt“ erhalten, wird das zunächst noch als Reklamegag einer Immobilienfirma abgetan. Schließlich machen die explodierenden Wohnungspreise der britischen Metropole die Hausbesitzer zu möglichen Millionären. Doch dann wird es ernster: Tierkadaver werden verschickt, Familienmitglieder gestalkt, Straßen beschmiert, ein junger Muslim des Terrorismus verdächtigt. Dass die geheimnisvolle Kartenaktion eine eher banale Auflösung in der dritten Folge erfährt (Arte zeigt diese dreistündige BBC-Mini-Serie am Stück) ist aber unerheblich. Dafür gelingt Regisseur Euros Lyn ein packendes Kaleidoskop der Straßenbewohner: Von der krebskranken Seniorin, über den polnischen Handwerker, die aus Pakistan stammende Krämerfamilie oder eine neureiche Banker-Familie. Dessen Familienoberhaupt ist übrigens mit dem „Beberian Sound Studio“ -Star Toby Jones prominent besetzt. Entstanden nach einem Roman von John Lanchester zeigen diese Geschichten ein interessantes Bild der englischen Gesellschaft - als eine Art dramatische „Lindenstraße für Anspruchsvolle.“

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