Montag, 10.4., ZDF, 20.15 Uhr Schrill: Carol Schuler in „Zweibettzimmer“

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Osnabrück. Im ZDF-Film „Zweibettzimmer“ (Montag, 10. April, 20.15 Uhr) treffen in einer Rehaklinik zwei ungleiche Frauen aufeinander: Anja Kling als Kardiologin Konstanze und Carol Schuler als schrille Minijobberin Jacqueline. Carol Schuler sprach mit unserer Redaktion über Klischees und pinke Nägel.

„Bei Jackie fand ich einfach toll, dass sie so positiv ist“, sagt Carol Schuler über ihre Rolle in „Zweibettzimmer“. „Die hat ja nicht das leichteste Leben, und sie ist ein bisschen schrill, aber alles, was sie tut, macht sie mit Herz.“ In der Tat: Jacqueline ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern (von drei verschiedenen Vätern) und träumt von einem eigenen Nagelstudio. Und auch sonst ist Jacki alles, was die Kardiologin Konstanze ( Anja Kling) nicht ist. In einer Rehaklinik landen die beiden auf einem Zimmer.

Fortan ist Kontrollfreak Konstanze gezwungen, sich mit Jackis unverblümter und mitteilungsfreudiger Art auseinanderzusetzen, Konstanzes Schwächen bloßzulegen. „Ich wollte verhindern, in das Klischee der dummen alleinerziehenden Mutter ohne Ausbildung abzurutschen“, betont Carol Schuler. „Klar, Jackie hat pinke Nägel und redet viel. Aber ich will den Menschen dahinter erzählen, mit welchen Problemen Jacki konfrontiert ist und wie sie damit umgeht.“

Tolle Performance

Tatsächlich legt Carol Schuler neben der gewohnt starken Anja Kling eine tolle Performance hin, immer haarscharf am Klischee vorbei, ein bisschen peinlich, gerade so, dass man nicht anders kann, als zu lachen. Dabei spielt sie sich nicht in den Vordergrund, sondern bietet im besten Sinne des amerikanischen Begriffs Supporting Actor eine Unterstützung für Anja Klings Hauptrolle.

„Die Chemie zwischen den Schauspielern muss stimmen, sonst nimmt man ihnen die Rollen nicht ab,“ glaubt die 30-jährige Schweizerin. „Klar muss man auch mal mit jemandem spielen, den man nicht mag, das kriegt man dann auch hin. Aber natürlich ist es viel schöner und leichter, wenn man auf einer Wellenlänge liegt und sich trotz der Unterschiede auch privat eine Freundschaft entwickelt wie im Fall von Anja Kling und mir.“ Klar, dass sich ungeachtet aller Unterschiede und Konflikte auch zwischen Jacki und Konstanze irgendwann eine Freundschaft entwickelt. Der Punkt, an dem das Verhältnis der beiden Frauen eine Wende nimmt, wird im Film durch eine beeindruckende Gesangseinlage von Carol Schuler markiert: Jacki flirtet mit einem Straßenmusiker und stimmt spontan, schamfrei und sehr laut in der Fußgängerzone des verschlafenen Kurorts den Police-Hit „Roxanne“ an. Und es bleibt nicht die einzige musikalische Szene im Film.

Berührender Wendung

„Ich glaube, im Drehbuch war eine Gesangsnummer vorgesehen. Aber als klar war, dass ich Jacki spiele, wurde das ausgeweitet, denn die Regisseurin Isabel Kleefeld hatte mich singen hören und wollte das nutzen. Für mich war das natürlich toll, denn Singen ist meine zweite Leidenschaft“, sagt Carol Schuler, die auch als Musikerin arbeitet. „Ich habe immer schon gern gespielt und gesungen und das auch gern verbunden, da gibt es überhaupt keine Hierarchie. Es ist eher eine Frage der Zeit, was gerade im Vordergrund steht.“

Die aufkeimende Freundschaft zwischen Jacki und Konstanze in „Zweibettzimmer“ führt dazu, dass beide Frauen voneinander lernen. So versucht Organisationsfanatikerin Konstanze, ihre Zimmergenossin zu einer Weiterbildung zu motivieren. Hier bekommt die scheinbar so selbstbewusste Figur der Jacki einen berührenden Bruch. Im Gegensatz zu Jacqueline hatte Carol Schuler nie Zweifel, was ihre Berufswahl angeht. „Für mich war immer klar, auch in den schweren Phasen, wenn man keine Jobs hat und die Miete nicht zahlen kann: Es ist das, was ich machen will!“ Ihr Auftritt in „Zweibettzimmer“ macht jedenfalls Lust, künftig öfter Carol Schuler spielen zu sehen, ob mit Gesang oder ohne.


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