TV-Programm am Dienstag Sehenswerte Arte-Doku : „Die WHO - Im Griff der Lobbyisten?“

Von Marcel Kawentel

Impfungen in Abuja, Nigeria – die Impfprogramme der WHO retten Millionen Menschen das Leben. Foto: NDR/SagamediaImpfungen in Abuja, Nigeria – die Impfprogramme der WHO retten Millionen Menschen das Leben. Foto: NDR/Sagamedia

Osnabrück. Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April zeigt Arte im Rahmen einer Themenreihe die sehenswerte Dokumentation „Die WHO – Im Griff der Lobbyisten?“, in der die Frage nach der Unabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation aufgeworfen wird.

Fast möchte man gelangweilt abwinken, wenn wieder einmal die Pharmalobby als Akteur undemokratischer und korrupter Machenschaften angeprangert wird, so sehr ist das Szenario schon zum Klischee geworden. In der sehenswerten Dokumentation „Die WHO – Im Griff der Lobbyisten?“ allerdings wirkt die Pharmaindustrie neben der Internationalen Atomenergie-Organisation fast harmlos. Anhand zahlreicher Beispiele, von denen jedes für sich das Zeug zum handfesten Skandal hätte, zeigen Jutta Pinzler und Tatjana Mischke, wie stark der Einfluss zahlungskräftiger Interessengruppen, aber auch einzelner Mitgliedsstaaten angesichts der chronischen Unterfinanzierung der WHO geworden ist.

Wachsender Einfluss privater Spender

Selbst die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau, die sich unter Anderem um Spenden für ein umfangreiches Impfprogramm verdient gemacht hat, gerät in die Kritik. Dass sich die Macherinnen nicht von der Verlockung eines unnötig emotionalisierenden und spannungsheischenden Musikeinsatzes freigemacht haben, ist nicht mehr als ein kleines ästhetisches Fragezeichen hinter einem ebenso schockierenden wie ernüchternden Stück Qualitätsjournalismus. In der Themenreihe zum Weltgesundheitstag am 7. April zeigt Arte anschließend die Ebola-Doku „Unsichtbarer Feind“ in Erstausstrahlung.

Wertung: 5 von 6 Sternen


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