zuletzt aktualisiert vor

14,56 Millionen Zuschauer Münster-Tatort pulverisiert eigenen Quotenrekord

Was hat Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, r.) bei der Leiche gefunden? Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, l.) ist gespannt. Foto: WDR/Thomas KostWas hat Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, r.) bei der Leiche gefunden? Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, l.) ist gespannt. Foto: WDR/Thomas Kost

Osnabrück. Der Wahnsinn geht in eine neue Runde: Der Münster-Tatort hat seine bisherige Rekordquoten am Sonntagabend um fast eine Million Zuschauer übertroffen und mit 14,56 Millionen Zuschauern eine neue, kaum für möglich gehaltene Bestmarke aufgestellt.

Die Folge „Fangschuss“ erwies sich damit als echter Blattschuss: 39,6 Prozent Marktanteil bedeuteten ebenfalls einen neuen Topwert. Seit 1992 haben laut WDR nicht mehr so viele Menschen den Tatort eingeschaltet.

Weiterlesen: Tatort am Sonntag aus Münster: Pumuckl statt Vaddern >>

Die Bestmarke aus dem November 2015, als Prahl und Liefers im Tatort „Schwanensee“ ermittelten und 13,63 Millionen Zuschauer einschalteten, wurde geradezu pulverisiert. Auch beim Marktanteil gab es bislang keinen besseren Münster-Tatort: „Ein Fuß kommt selten allein“ kam Anfang Mai vergangenen Jahres auf 37,1 Prozent, „Schwanensee“ erreichte im November des vorletzten Jahres 35,7 Prozent.

Mit der Qualität von „Fangschuss“ kann die Wahnsinnsquote eigentlich nicht viel zu tun haben. Der Krimi war zwar vor allem aufgrund des situationskomischen Talents von Jan Josef Liefers als Rechtsmediziner Boerne gelegentlich heiter, aber überragend war er ganz sicher nicht. Möglicherweise hatte aber der Auftritt von Liefers und Axel Prahl am Abend zuvor in der ARD-Show „Verstehen Sie Spaß?“ das Interesse zusätzlich befeuert. Deren Moderator Guido Cantz hatte sich bei den Dreharbeiten zu „Fangschuss“ als Leiche an den Tatort gelegt – im Film war er dann allerdings nicht zu sehen. (Weiterlesen: Guido Cantz als Tatort-Leiche)

Offenbar hat sich der Münster-Tatort mittlerweile zu einer Art ansteckender Krankheit entwickelt, der sich immer weniger Menschen entziehen können. Als das Format am 20. Oktober 2002 mit der Folge „Der dunkle Fleck“ auf Sendung ging, waren es gerade mal 8,82 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 24,90 Prozent. Die Folge „Sag nichts“ im Dezember 2003 schalteten sogar nicht mal acht Millionen Zuschauer ein. Doch seit 2012 verbucht der Münster-Tatort regelmäßig über 12, meist sogar mehr als 13 Millionen Fans vor dem Fernseher. Die 14-Millionen-Schallmauer aber wurde mit „Fangschuss“ nun zum ersten Mal durchbrochen.

Gegen diese Krankheit hat auch Rosamunde Pilcher kein Gegenmittel mehr. Am Sonntagabend kam die Folge „Die verschwundene Braut“ aus der ZDF-Schmonzettenreihe gerade mal noch auf 3,91 Millionen und einen mageren Marktanteil von 10,6 Prozent.

Beim WDR knallten natürlich am Montag die Sektkorken, wenn auch wohl nur im übertragenen Sinn. „Der WDR-Tatort aus Münster ist ein Zuschauermagnet, der alle Altersgruppen – auch die Jüngeren – vor den Fernseher holt. Das Format hat echte Straßenfeger-Qualität“, betonte Intendant Tom Buhrow.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) veröffentlichte am Montag folgende Übersicht der zehn erfolgreichsten Tatort-Folgen - die mobile Nutzung und Mediatheken-Abrufe sind dabei nicht eingerechnet:

  • 1. Der Fall Schimanski (Götz George als Horst Schimanski, 29.12.1991): 16,68 Millionen Zuschauer/52,3 Prozent Marktanteil
  • 2. Kinderlieb (Schimanski, 27.10.1991): 16,07 Mio/45,4 Prozent
  • 3. Stoevers Fall (Manfred Krug als Paul Stoever und Charles Brauer als Peter Brockmöller, 5.7.1992): 15,86 Mio/52,8 Prozent
  • 4. Experiment (Stoever/Brockmöller, 3.5.1992): 15,29 Mio/49,7 Prozent
  • 5. Fangschuss (Axel Prahl als Frank Thiel und Jan Josef Liefers als Karl-Friedrich Boerne, 2.04.2017): 14,56 Mio/39,6 Prozent
  • 6. Tod im Häcksler (Ulrike Folkerts als Lena Odenthal, 13.10.1991): 14,46 Mio/44,6 Prozent
  • 7. Blutwurstwalzer (Günter Lamprecht als Franz Markowitz, 22.9.1991): 14,37 Mio/49,0 Prozent
  • 8. Tod eines Wachmanns (Martin Lüttge als Bernd Flemming, 25.10.1992): 14,26 Mio/42,9 Prozent
  • 9. Der Mörder und der Prinz (Flemming, 17.05.1992): 14,09 Mio/52,8 Prozent
  • 10. Telephongeld (Michael Janisch als Michael Fichtl, 15.9.1991): 14,02 Mio/48,1 Prozent

Alle Informationen zu den TV-Tatorten finden Sie in unserem Themenportal >>


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN