Wiederholung und ganze Folge im Netz Rach in Osnabrück: Deshalb heißt das Pizzastübchen jetzt PizzAmici


Berlin. „Rach, der Restauranttester“ futterte sich durch die Speisekarte des Pizzastübchens an der Osnabrücker Martinistraße. Wie hat es ihm geschmeckt?

Christian Rach in Osnabrück: Der RTL-Restauranttester hat das „kackbraune“ Pizzastübchen (Rach) an der Martinistraße ins farbenfrohe PizzAmici verwandelt. Darüber freuen sich nicht nur die Betreiber, sondern auch ihre 92-jährige Großtante. Die hatte das bisherige Minusgeschäft nämlich bezuschusst. RTL zeigte die Osnabrücker Episode von „Rach, der Restauranttester“ am Montag, 27. März. Wiederholt wird die Sendung am Sonntag, 2. April, um 14.20 Uhr. Online ist sie unter „TV now“ 30 Tage nach der Ausstrahlung gratis abzurufen. (Was hat sich geändert? Ein Besuch beim PizzAmici nach der Rach-Visite)

Rach in Osnabrück: Rettung für die Großtante

„Negativ: Das Essen ist zum Vergessen“, befindet RTL-Restauranttester Christian Rach nach seinem ersten Besuch im damaligen Pizzastübchen an der Osnabrücker Martinistraße. „Ganz negativ: Das 92-jährige Tantchen bezahlt die Zeche. Geht gar nicht.“ Bei der Sichtung der Geschäftszahlen war Rach nämlich darauf gestoßen, dass Jan Schädel und Sascha Lauxtermann in ihrer Pizzeria im Monat nur 11.000 Euro Umsatz machen. Brutto. Weil man davon nicht zwei Familien ernähren kann, wollte der Profi-Koch wissen, wo das Geld herkommt: Schädel musste die Bezuschussung durch die betagte Großtante eingestehen. (Weiterlesen: „Teller ablecken ist erlaubt“ – Christian Rach im Interview)

Was lief falsch im Pizzastübchen?

Christian Rach störte sich nicht nur am Finanzierungsmodell des Pizzastübchens. Die Sauce Hollandaise auf der Vorzeigepizza „Landhaus“, die staubige Konsistenz des Klassikers Pizza Margherita, die „kackbraune Wandfarbe“ (Rach) und selbst das Erscheinungsbild der Betreiber missfiel dem Profi. Schädel und Lauxtermann – der eine gelernter Schreiner, der andere Raumausstatter – servierten zu Zeiten des Pizzastübchens noch in rustikalen Dreiviertelhosen und schwarzen Mottoshirts. Das Resultat: Rund 20 Kunden zu besten Geschäftszeit, mehr zählte Rach beim ersten Besuch nicht. (Keine Spülmaschine?! Kann Rach, der Restauranttester, das Lokal vom „Lindenstraßen“-Sarikakis retten?)

Wie macht Rach aus dem Pizzastübchen das schnieke PizzAmici?

Christian Rach setzt mit seinen Verbesserungsvorschlägen beim Herzstück an: der Küche. Mit ihrer trockenen Margherita hatten Lauxtermann und Schädel eine zentrale Bildungslücke preisgegeben: Sie waren noch nie in Italien. Wie eine Pizza schmeckt, wusste sie nur aus ihrer gemeinsamen Zeit bei einem Bringdienst. Rach verfrachtet die Autodidakten über Nacht nach Neapel, wo sie als Praktikanten in der In-Pizzeria Da Michele lernen. Auf der Rückreise nach Osnabrück haben sie ein neues Teigrezept im Block und das Herz voller Tatendrang. Den brauchen sie auch, denn RTL hat inzwischen ihr Lokal entkernt. Rach verpasst dem Team binnen weniger Tage eine neue Inneneinrichtung; gemeinsam erarbeiten sie außerdem den Namen „PizzAmici“ – ein Kunstwort aus Pizza und der italienischen Vokabel für Freunde – und das Konzept der quadratischen Pizza. Dazu kommt ein schmissiger Claim: „Willkommen in der Familie“, schreiben Schädel und Lauxtermann auf ihre Karte, und schon wird Neueröffnung gefeiert. (Weiterlesen: Eisreme bei Gelato Classico gestestet – Sternekoch Christian Rach zu Besuch in Hilter)

Ist Rach nach sechs Wochen mit PizzAmici noch zufrieden?

Im Gespräch mit den Pizzabäckern gibt Rach den feurigen Motivator. Doch während die Osnabrücker noch die Ärmel hochkrempeln, unkt er schon wieder in die Kamera: „Ist es wirklich die eigene Überzeugung?“, fragt er. „Ich bin mir nicht sicher.“ Als Rach nach sechs Wochen zum Überraschungsbesuch zurück nach Osnabrück kommt, freut er sich zunächst schon über Minimalerfolge: Das Firmenschild ist inzwischen montiert, und vor dem Lokal blühen Zierpflanzen. Rach betritt das Restaurant als erster Kunde des Abends; und nach seiner Mahlzeit fragt er erst mal, ob Schädel und Lauxtermann ein ehrliches Urteil verkraften. Tatsächlich ist die Sorge unbegründet. Rach findet zwar, dass der Pizzateig 30 Sekunden länger in den Ofen gehört hätte. Aber: „Optik: eine glatte Eins. Geschmack: eine glatte Eins!“ Sogar der Rotwein schmeckt dem Restauranttester jetzt. Und wie läuft das Geschäft? „Auf jedem Tisch steht ein Reserviert-Schildchen“, sagt Schädel. Wer abends keinen Platz mehr kriegt, berichtet er, reserviert gleich für den nächsten Tag. Damit ist also hoffentlich auch Rachs zentrales Anliegen erfüllt. „Am Ende möchte ich sagen“, hatte er ganz am Anfang proklamiert: „Tantchen, du musst nie wieder Geld geben.“

Auch Frank Rosin hat in Osnabrück gedreht

Christian Rach ist nicht der einzige Restauranttester, der sich im Auftrag des Fernsehens in die Osnabrücker Gastronomie vorgewagt hat: Auch sein Kabel-1-Kollege Frank Rosin war schon da. Für seine Sendung „Rosins Restaurants“ hat er das Steakhaus Manolo an der Hasestraße unter die Lupe genommen. Derzeit ist das Team gerade zum zweiten Mal im Geschäft und dreht noch bis Donnerstag die Veränderungen. Ein Ausstrahlungstermin für die Sendung steht noch nicht fest.


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